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ZITRONENSÄURE - AHA
Hauptindikationen: Fahler Teint, glanzlose Haut
PURER AKTIVSTOFF A60
Zusammenfassung
 
  • INCI-Bezeichnung :CITRIC ACID
  • Reines Molekül mit einem Reinheitsgrad von mehr als 91%, durch Biotechnologie gewonnen
 

Glanzlose Haut kann durch einen wächsernen, für fettige Haut typischen Teint mit großen Poren entstehen oder eine der Folgen von Hautalterung sein durch:
• Verdickung der Hornschicht durch Ablagerung von Korneozyten, wodurch die Transparenz der Epidermis verringert wird
• Verdünnung der lebenden Epidermis
• Verlangsamung der Turnover-Aktivität (Erneuerung) der Keratinozyten
• Erhöhte und unregelmäßige Melanozytendichte
AHA sind in der Lage, den Zusammenhalt der Korneozyten zu verändern und so den Abschuppungsprozess zu beschleunigen und passen so die Erneuerung der Epidermis an.
Die Zitronensäure hat zudem im Vergleich zu anderen AHA eine zusammenziehende Wirkung, die durch Verkleinerung der großen Poren ein feineres Hautbild ermöglicht (diese zusammenziehende Wirkung ist allgemein anerkannt, üblicherweise durch die traditionelle Verwendung der Zitrone).

 

  • WIRKUNGSMECHANISMEN / WIRKSAMKEITSBEWEISE

Durch die Vielzahl ihrer Wirkungen können AHA an mehreren Parametern ansetzen:
• Keratolytische/abschuppende Wirkung:
AHA verändern die Anziehungskräfte zwischen Korneozyten, indem sie die Elektronegativität dieser verringern. Korneozyten sind Träger positiver Ionenladungen (Aminogruppen der basischen Aminosäuren, aus denen ihre Zellmembranen bestehen) und negativer Ladungen (verbunden mit Phosphatgruppen und Sulfatgruppen, ebenfalls in der Membran). Zwischen den gegensätzlichen Ladungen entstehen Anziehungskräfte. AHA treten in Konkurrenz zu den „fixierenden“ Enzymen der Sulfat- und Phosphatgruppen an der Oberfläche der Hornzellen und ersetzen diese Enzyme. So verhindern sie die Bindung dieser Gruppen. Das Ergebnis ist die Verringerung ihrer Dichte, was zu einem Abfall der Elektronegativität führt. Da so die Anziehungskräfte geschwächt sind, wird die Abschuppung erleichtert [1].
• Regulierung der Feuchtigkeit:
AHA sind Feuchtigkeitsspender durch ihre hygroskopischen Eigenschaften und machen die Haut weich, weil sie sich auf die Polgruppen des Keratins setzen. Dank ihrer feuchtigkeitsspendenden Wirkung verändern die AHA auch hier die Ionenverbindungen zwischen den Korneozyten, da durch die Feuchtigkeitsversorgung des Stratums der Abstand zwischen den Korneozyten vergrößert wird, und so die Anziehungskräfte verringert werden [1].
• Beschleunigung der Hauterneuerung:
Die Wirkung der AHA als „Oberflächenpeeling“ führt zu einer geringeren Dicke der Hornschicht. Mit diesem Phänomen geht eine größere Dicke der lebenden Epidermis einher, ebenso eine Beschleunigung der Hauterneuerung. Dies ist insbesondere zu Beginn der Behandlung zu beobachten [1].
• Wirkung auf die Bestandteile der Dermis und Epidermis:
AHA regen die Produktion von GAG (Glycoaminoglycanen) in Dermis und Epidermis an. 20%ige Zitronensäure (zweimal täglich aufgetragen während drei Monaten) erhöht den GAG-Gehalt in Dermis und Epidermis [1, 2]. 25%ige Zitronensäure (zweimal täglich aufgetragen während 6 Monaten) erhöht die Dichte der elastischen Fasern und Kollagenfasern in der Dermis [1, 3].
Durch die Anregung der Epidermis wird die Tätigkeit der Fibroblasten angekurbelt, ähnlich wie beim Vernarbungsprozess der Epidermis.
Diese Wirkung soll zur größeren Dicke der Haut beitragen, die bei AHA-Behandlungen beobachtet wurde.
• Kontrolle der Pigmentierung:
Anhand von Hautbiopsien wurde gezeigt, dass die Behandlung mit 25%iger Zitronensäure (zweimal täglich aufgetragen während 6 Monaten) eine bessere und gleichmäßigere Verteilung des Melanins in der Epidermis ermöglicht [3].
• Hinweis:
AHA (Alpha-Hydrox-Säuren) sind insbesondere für ihre starke keratolytische Wirkung bekannt dank ihrer Carbonsäure-Funktion, aber auch für ihre Verträglichkeitsprobleme. In der Literatur wurde klar gezeigt, dass der saure pH-Wert der AHA-Konzentrate für mögliche Reizungen verantwortlich ist.  [Kneedler J, Sky S, Sexton L. Understanding Alpha-Hydroxy Acids. Dermatology Nursing; August 1998/Vol.10/No.4]
Zitronensäure ist eine AHA, deren Besonderheit darin besteht, 3 Carbonsäure-Funktionen zu beinhalten.
Je nach pH-Wert der Umgebung können diese Carbonsäure-Funktionen entweder sauer (COOH) oder basisch (COO-) sein. Jeder der drei Carbonsäure-Funktionen entspricht ein pKS-Wert, der für den pH-Wert steht, bei dem die basische Carbonsäure-Funktion sauer wird.
Bei einem pH-Wert der Haut von 5,5 besitzt die Zitronensäure mit ihrem einen pKS-Wert von 6,4 eine saure Funktion und zwei basische Funktionen (pKS-Wert 4,76 und 3,13).
Bei einem pH-Wert von 5,5 scheint der Kompromiss Wirksamkeit/Verträglichkeit am vorteilhaftesten zu sein.

 

  • MEINUNG UNSERES EXPERTEN

Zitronensäure gehört zur Familie der AHA, deren einfachstes Molekül Glykolsäure ist. Es handelt sich um eine dreibasige Säure mit 3 pKS, die den Vorteil des breitesten Umschlagbereiches hat. Ihre Verträglichkeit soll besser als die der einfacheren AHA (Milchsäure, Glykolsäure) sein.
Die Wirkung dieser chemischen Reihe benötigt die Bildung von Wasserstoffbrücken und Komplexen, die auf dem Vorhandensein von Wasserstoff bei der Säurefunktion beruht. Es muss also eine Formel gefunden werden, um im sauren Bereich zu bleiben, pH unter pKS (3,5-4). Wirksamkeit und Verträglichkeit werden vom pH-Wert und der Konzentration gesteuert.
Gezeigt wurden die Abschuppung und die Verbesserung von Ichtyosen. Die Hornschicht verbessert sich schnell und eine bessere Bindung des Wassers ist möglich (wenige Tage).
Der wiederholte „Peeling“-Effekt regt durch Übertragung Epidermis und Dermis an. Wirkungen bei der Photoalterung, ähnlich wie bei der Retinsäure, werden erzielt (allerdings mit einem anderen Mechanismus).
Die Haut gewöhnt sich ca. innerhalb eines Monats an die Entzündung und an das bei der Anwendung verspürte Prickeln. Es sind schnelle Wirkungen zu beobachten (Glanz), doch messbare Wirkung auf die Falten kann erst nach mehreren Monaten tatsächlich bestätigt werden.
Die besten Ergebnisse werden mit erhöhten Konzentrationen in der Größenordnung von 20% Säure und einem pH-Wert unter 4 erzielt. Auch hier schafft die Formel selbstverständlich ein Gleichgewicht zwischen Wirksamkeit und Verträglichkeit entsprechend der Kompromissvorstellung des Entwicklers. Es sollte allerdings stets beachtet werden, dass die teilweise unangenehmen Wirkungen beim ersten Auftragen auf das Wirksamwerden des Produktes hindeuten!

 

  • WIRKSAME DOSIERUNG

Alle Veröffentlichungen und wissenschaftlichen Studien sowie die übliche Nutzung dieses Wirkstoffs und die Meinung unseres Experten stimmen darin überein, dass der Reine Wirkstoff Zitronensäure in der Dosierung von 3000 mg pro Flakon verwendet werden sollte.

 

  • LITERATURANGABEN

[1] Alpha-hydroxy-acides et vieillissement cutané. Gougerot-Schwartz A. Encycl Méd Chir, Cosmétologie et Dermatologie esthétique, 50-160-C-12, 7p. 2000.
[2] Citric acid increases viable epidermal thickness and glycosaminoglycan content of sun-damaged skin. Bernstein EF et al. Dermatol Surg. 23(8):689-94. 1997.
[3] Effects of alpha-hydroxy acids on photoaged skin: a pilot clinical, histologic, and ultrastructural study. Ditre CM et al. J Am Acad Dermatol. 34(2 Pt 1):187-95. 1996.

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