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RUTIN
Hauptindikation: Rosazea
PURER AKTIVSTOFF A42
Zusammenfassung
 
  • INCI-Bezeichnung : RUTIN
  • Reines Molekül mit einem Reinheitsgrad von 94%, Auszug aus den Blättern des Fava d’Anta und der Uncaria
 

Rutin gehört zur Gruppe der Flavonoide. Es ist ein Diglycosid aus Quercetin und Rutinose (Rhamnose und Glucose).  Rutin kommt in zahlreichen Pflanzenarten vor.

In den USA wurde Rutin als ordentliches Medikament zur Behandlung von kapillaren Blutungen durch Kapillarenschwäche bei vaskulär degenerativen Erkrankungen, Diabetes oder Allergien angesehen.  Obwohl es nicht mehr zu den offiziellen Medikamenten gehört, wird es häufig als Zusatz verwendet.

Die am besten bekannte pharmakologische Wirkung dieses Moleküls ist die Verringerung der Permeabilität und der Kapillarenschwäche.
In den 40er und 50er Jahren wurde Rutin häufig aufgrund dieser Eigenschaft beschrieben. Damals zählte Rutin zur Gruppe der „Vitamine P“, wobei P auf Permeabilität hinwies. Diese Gruppe umfasste Wirkstoffe, die die Widerstandskraft stärken und die kapillare Permeabilität verändern konnten.  Heute spricht man nicht mehr von „Vitamin P“, sondern von Bioflavonoiden.

Rutin schützt ebenfalls das Gewebe vor Abbau-Phänomenen, insbesondere beim nicht-enzymatischen Kollagenabbau durch freie Radikale.

Rutin hat also interessante Verwendungsmöglichkeiten in der Kosmetik.

  • WIRKUNGSMECHANISMEN / WIRKSAMKEITSBEWEISE

Rosazea oder Kupferrose ist eine Hautkrankheit, die sich durch ständige Gefäßweitung der Kapillaren auszeichnet, ausgelöst durch Sphincterschwäche.  Rutin verringert die Kapillaren-Permeabilität und –Schwäche [1-5].  Durch den Schutz der Gefäßwände hemmt dieses Molekül die Blutplättchenaggregation und verringert die Kapillarenpermeabilität. Dadurch wird der Blutfluss verbessert und die Gefäßweitung reduziert.

• Schutz der Gefäßwände der Blutgefäße:

Flavonoide, insbesondere Rutin, sind dafür bekannt, die Gefäßwände der Blutgefäße widerstandsfähiger zu machen.  Wenn die Gefäßwand einer Kapillare zu schwach ist, droht sie zu reißen, wodurch ein anormaler Blutfluss in die Haut erzeugt wird.  Dieses Phänomen ist gekennzeichnet durch Petechien und Teleangiektasien (anormale Gefäßweitung). Durch die Wirkung gegen freie Radikale kann Rutin die Gefäßwände schützen [6]. Dieses Flavonoid ist in der Lage, während der Phagocytose gebildete freie Radikale zu neutralisieren.

• Prävention von Blutplättchenaggregation:

Das Hauptziel des Prozesses der Blutplättchenaggregation ist es, die Blutgefäße zu verschließen, um bei einer Beschädigung Blutverlust zu vermeiden.  Blutplättchen können ebenfalls zusammenkleben, wenn gar kein Signal eines verletzten Gewebes übermittelt wurde.  In diesem Fall entstehen kleine Aggregate, die den Blutfluss in der Kapillare beeinträchtigen. Das verstopfte Gefäß muss seinen Fluss durch die umgebenden Gefäße intensivieren.  Dies kann mehrere Phänomene erzeugen, wie etwa eine Erhöhung des Flüssigkeitsdrucks in den Kapillaren, eine Erhöhung der Permeabilität derselben Kapillaren, eine ständige Gefäßweitung oder auch Teleangiektasien. Eine andere Folge könnte der Riss in einem Gefäß und die darauf folgende Bildung von Petechien sein. Es konnte gezeigt werden, dass Rutin zunächst die Aktivierung der Phospholipase C hemmt, wodurch über eine Kaskaden-Reaktion die Inhibition der Blutplättchenaggregation ausgelöst wird [7].  Außerdem kann Rutin durch seine Fähigkeit, Komplexverbindungen mit Calciumionen einzugehen, Prothrombin zu Thrombin umwandeln und so Blutgerinseln vorbeugen [7].

• Verringerung der kapillaren Permeabilität:

Eine erhöhte Kapillarenpermeabilität während einer Entzündung ist das Ergebnis einer übermäßigen Freisetzung von Plasma in den extrazellulären Räumen und führt zur Bildung von Ödemen.  Flavonoide, insbesondere Rutin, werden zur Verringerung dieser Permeabilität verwendet.  Schließlich hemmt Rutin auch den PAF (Plättchenaktivierender Faktor) und Thromboxan A2 und ermöglicht so die Verringerung der Kapillarenpermeabilität [8].

  • MEINUNG UNSERES EXPERTEN

Dieses Referenz-Flavonoid aus der Pflanzenwelt wurde häufig verwendet und war Gegenstand zahlreicher Studien aufgrund seiner Eigenschaft zur Stärkung der Gefäßwände, zur Prävention von Bindegewebsabbau und zur Milderung von Kapillarlecks.  Die Wirkung auf eine Funktionsstörung der Mikrozirkulation der Kapillaren ist leider langfristig zu beobachten und eher präventiv als kurativ.  Die Verbindung mit Vitamin C wurde häufig vorgeschlagen und gilt als ergänzend.

Eine gewisse Unklarheit kann den Vergleich zwischen verschiedenen nutzbaren Inhaltsstoffen erschweren. Troxerutin ist der medizinisch am häufigsten verwendete Stoff, die Phenol-Hydroxidionen sind besser geschützt und die erhöhte Lipophilie begünstigt das Einziehen.
Quercetin ist die Aglycon-Form, die nach der Wirkung der Esterasen des Organismus gebildet wird.

Das Hinzufügen von Rhamnose aus dem Glucosid-Teil des Rutins ist möglicherweise interessant in seiner Wirkung, doch leider nicht dokumentiert.  Die orale Verwendung ist gut dokumentiert, doch die ausschließlich topische Anwendung ist kaum bestätigt, zumal im medizinischen Bereich.

Mangels Dokumentation wird die Dosierung von 2% für die topische Anwendung vorgeschlagen.

  • WIRKSAME DOSIERUNG

Alle Veröffentlichungen und wissenschaftlichen Studien sowie die übliche Nutzung dieses Wirkstoffs und die Meinung unseres Experten stimmen darin überein, dass der Reine Wirkstoff Rutin in der Dosierung von 270 mg pro Flakon verwendet werden sollte.

  • LITERATURANGABEN

[1] The effect of rutin on capillary fragility and permeability. Frericks CT et al, J Lab Clin Med, 35(6): 933-939. 1950.

[2] Rutin and capillary fragility. Johnson EF et al, Am J Pharm Sci Support Public Health, 118: 164-175. 1946.

[3] Effect of rutin (rutinion) on capillary permeability. Blaich W et al, Arztl Wochensch, 5(36): 696-698. 1950.

[4] Rutin; a new drug for the treatment of increased capillary fragility. Shanno RL, Am J Med Sci, 211: 539-543. 1946.

[5] Rutin in Capillary Fragility. Bacharach AL et al, Br Med J, 2: 273. 1947.

[6] In vitro antioxidant properties of rutin. Yang J et al. LWT 41, 1060-1066. 2008.

[7] Mechanisms involved in the anti-platelet activity of rutin, a glycoside of the flavonol quercetin, in human platelets. Sheu J.R et al. J Agric Food Chem, 52(14): 4414. 2004.

[8] Experimental study on inhibitory effect of rutin against platelet activation induced by platelet activating factor in rabbits. Chen WM et al, 22(4): 283-285. 2002.


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