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RUSCOGENIN
Hauptindikation: Tränensäcke
PURER AKTIVSTOFF A09
Zusammenfassung
 
  • INCI-Bezeichnung: NEORUSCOGENIN, RUSCOGENIN
  • Reines Molekül mit einem Reinheitsgrad von mehr als 92%, Auszug aus Stechendem Mäusedorn (Ruscus aculeatus)
 

Ruscogenin ist ein Glycosid-Steroid, das aus den Wurzeln des Stechenden Mäusedorns gewonnen wird.  Dieses Molekül ist nicht natürlich im menschlichen Körper vorhanden. Der Stechende Mäusedorn, auch Dornmyrte genannt, ist eine Staude, deren Frucht eine an Stechpalmen erinnernde scharlachrote Beere ist. Der Stechende Mäusedorn ist in Europa häufig anzutreffen.

Traditionell werden dem Wurzelstock zahlreiche Eigenschaften zugeschrieben. Mehrere klinische Beobachtungen zeigen die gefäßschützenden und venentonisierenden Eigenschaften von Präparaten von Stechendem Mäusedorn. Es handelt sich also um einen sehr interessanten Wirkstoff zur Bekämpfung von Tränensäcken.

 

  • WIRKUNGSMECHANISMEN / WIRKSAMKEITSBEWEISE

Der Bereich um das Auge ist eine sehr empfindliche Zone. Er ist von einer fünfmal dünneren Haut als der am restlichen Körper bedeckt und enthält weniger elastische Fasern. Im Alter haben die 15000 Wimpernschläge pro Tag schließlich diese Fasern geschwächt und die Haut erschlafft. Auch die Blut- und Lymphgefäße, die die Zellen in diesem Bereich versorgen, funktionieren verlangsamt. Der Austausch zwischen den Zellen läuft schlecht. Dies führt zu einer Wassereinlagerung, die Lider quellen auf und bilden Tränensäcke.

Ruscogenin aktiviert die Mikrozirkulation und schützt durch verschiedene Mechanismen die gesamte Haut.

Es verringert die Zell-Durchlässigkeit durch seine Anti-Elastase-Wirkung [1].  Elastase ist ein Enzym, das Elastin verdaut, den Hauptbestandteil der elastischen Fasern. Kollagen und Elastin sind die wesentlichen Bestandteile der extrazellulären Matrix. Die Anti-Elastase-Wirkung des Ruscogenins vermeidet den Abbau von perivaskulären Bestandteilen und reduziert so die Zellpermeabilität [2].

Ruscogenin besitzt ebenfalls gefäßverengende Eigenschaften durch adrenergische Mechanismen. In vivo wurde seine Wirksamkeit bei topischer Anwendung bei 1,6% bestätigt [3]. Der Mechanismus wurde noch nicht gut belegt. Einige Studien zeigen, dass hier eine alpha-adrenergische Blockade vorliegt, andere sprechen von einer Aktivierung der α2-Adrenorezeptoren, die die Freisetzung von Noradrenalin anregen [4, 5]. Schließlich könnte die gefäßverengende Wirkung auch durch Calcium und die α1-Adrenorezeptoren vermittelt sein [4].

Ruscogenin kann durch seine gefäßverengenden Eigenschaften und durch die Verringerung der Permeabilität die Mikrozirkulation anregen.

Es regt die Blutzirkulation in de Kapillaren an und trägt so zur Abschwellung der durch die träge Zirkulation verursachten Tränensäcke bei.

Diese Punkte zeigen, wie interessant Ruscogenin für die Behandlung von Tränensäcken unter den Augen sein kann.

 

  • MEINUNG UNSERES EXPERTEN

Ruscogenine sind Saponine aus Auszügen des Stechenden Mäusedorns.  Als solche besitzen sie die Eigenschaften der Gruppe, die sie in die Nähe von Escin, Glycyrrhizin (Lakritze), Asiaticosiden, Ginsenosiden (Ginseng) usw. rücken. Auch hier müssen die Eigenschaften der Aglycon-Teile und der Saccharid-Struktur unterschieden werden.

Saponoside sind aphrogen, Membran-permeabilisierend und denaturierend bei bestimmten biologischen Strukturen.  Sie sind wasserlöslich.  Genine sind viel unpolarer und haben ausgeprägte pharmakologische Wirkungen durch die Bindung an viele Rezeptoren oder aktive Zentren.

Die α-adrenergische Wirkung wurde bewiesen und macht das Produkt direkt interessant für eine Steigerung der peripheren Gefäßverengung. Die Effekte werden durch eine indirekte Wirkung zur Freisetzung von Noradrenalin verstärkt. Dadurch wird eine Strategie der differentiellen β/α-Anregung zur Erhöhung der cAMP in den Adipozyten und folglich der Lipolyse zweckmäßig.
Die gefäßschützende Wirkung (Permeabilität) wurde bewiesen und ergänzt das venentonisierende Profil.

In vivo ähnelt das Profil dieses Moleküls dem des Escins, doch Ruscogenin könnte noch besser belegt werden in seiner symphatomimetischen Wirkung (hier fehlen uns allerdings vergleichende Studien).

Die Indikationen, die sich aus den Eigenschaften ergeben, weisen in Richtung Störung der peripheren Zirkulation, dort wo Wirkung auf die Venen-Tonizität erforderlich ist, aber auch in Richtung Lipo-Akkumulation.  Die Wirkung auf Kapillarlecks (Petechien und Ödeme) wurde bewiesen.  Jedoch werden hier häufig Auszüge von Polyphenolen (Catechine) und/oder Cumarinen (Steinklee) hinzugefügt, um auch die Prävention von Endothel- und Bindegewebs-Zerfall abzudecken und die ödemhemmende Wirkung zu stärken.  Die Wirkung auf Cellulite wurde insbesondere im Zusammenwirken mit Koffein für zahlreiche Produkte bestätigt.

Die Verbindung mit Vitamin C ist für Zirkulationsstörungen und Hautalterung bei Rosazea-Neigung zweckmäßig.

Die unterschiedlichen verwendeten Auszüge und verschiedenen Verbindungen mit anderen Wirkstoffen machen einen Vergleich von wirksamen Dosierungen schwierig, jedoch besteht der Vergleich mit medizinischen Spezialprodukten auf dem Markt mit titrierten Auszügen bei ca. 22% Glycoside.  Es ist anzunehmen, dass die zu empfehlende Dosierung zwischen 0,5 und 1% Glycoside liegt.

Die gefäßverengende Wirkung dieser Moleküle geschieht fast unmittelbar; die schützende Wirkung ist erst langfristig sichtbar: Nach einigen Wochen.  Die Formeln sollten die Genin- und Saccharid-Formen berücksichtigen.

 

  • WIRKSAME DOSIERUNG

Alle Veröffentlichungen und wissenschaftlichen Studien sowie die übliche Nutzung dieses Wirkstoffs und die Meinung unseres Experten stimmen darin überein, dass der Reine Wirkstoff Ruscogenin in der Dosierung von 6,5 mg pro Flakon verwendet werden sollte.

 

  • LITERATURANGABEN

[1] Anti-elastase and anti-hyaluronidase activities of saponins and sapogenins from Hedera helix, Aesculus hippocastanum, and Ruscus aculeatus: factors contributing to their efficacy in the treatment of venous insufficiency. Facino RM et al. Arch Pharm (Weinheim). 328(10):720-724. 1995.

[2] Hemorrhoids and varicose veins: a review of treatment options. Mc Kay D. Altern Med Rev. 6(2):126-40. 2001.

[3] Venous constriction by local administration of ruscus extract. Berg D. Fortschr Med. 108(24):473-6. 1990.

[4] Monograph Ruscus aculeatus (Butcher’s Broom) Alternative Medicine Review Volume 6, Number 6. 2001.

[5] Pharmacological assessment of adrenergic receptor in human varicose veins. Miller VM et al. Int. Angiol. 19:176-183. 2000.

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