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MIMOSA TENUIFLORA
Hauptindikation: Reife, dünne und strapazierte Haut
PURER AKTIVSTOFF A10
Zusammenfassung
 
  • INCI-Bezeichnung: MIMOSA TENUIFLORA BARK EXTRACT
  • Gesamtextrakt aus der Rinde der Mimosa Tenuiflora
 

Die Eigenschaften der Rinde der Mimosa Tenuiflora, im Sprachgebrauch auch „Hautbaum“ oder mexikanisch Tepezcohuite genannt, werden seit vielen Jahren in der traditionellen Medizin verwendet. Die Mimosa Tenuiflora ist dafür bekannt, eine veränderte Epidermis auf eindrucksvolle Weise wiederherzustellen. Sie besitzt die regenerierenden Eigenschaften des Hautgewebes. Bereits im 10. Jahrhundert nutzten die Heiler der Maya ihr Rindenpuder bei Hautverletzungen. 1984 gab es bei der Explosion eines Gaskraftwerks mehr als 3000 Verbrennungsopfer.  Weil Medikamente knapp wurden, schlug das Rote Kreuz die Verwendung der Rinde des Baumes zur Behandlung der Wunden vor. Die Ergebnisse verblüfften die Ärzte.

Man stellte fest, dass die zu 60% zerstörte Haut der Opfer mit starken Verbrennungen sich unwahrscheinlich schnell neu bildete.  Nach 15 Tagen war die erste Vernarbung der Haut zu beobachten. Nach 26 Tagen hatten die Verletzten eine neue Haut.
Nach einer Periode von 90 Tagen war die Haut identisch wiederhergestellt mit ihrem Zellmaterial, ihrem pigmentogenen Potential und ihrem Haarwuchs – ohne jede Spur oder Folge. Diese Ergebnisse wurden im folgenden Jahr bei einem Erdbeben in Mexiko bestätigt.

So gelangten die bei den Vorfahren bekannten Eigenschaften der Pflanze ins Bewusstsein aller. In den 90er Jahren wurde der Rindenextrakt der Mimosa Tenuiflora ein unerlässlicher Wirkstoff. Heute findet er sich in der Zusammensetzung zahlreicher dermatologisch-kosmetischer Produkte mit vernarbender und regenerierender Wirkung.

 

  • WIRKUNGSMECHANISMEN / WIRKSAMKEITSBEWEISE

Die Verwendung eines trockenen Auszugs aus der Rinde der Mimosa Tenuiflora hat sich als wirksam bei der Unterstützung der Vernarbung erwiesen [1]. Bei 5% wirkt er gegen venöse Unterschenkelgeschwüre [2]. Die 8-wöchtige topische Anwendung dieses Auszugs führt in der Tat zu einer Verringerung der Wundengröße um 92%. Die heilende Wirkung wurde bei allen behandelten Patienten beobachtet. Die vernarbende Wirkung wurde in vitro durch die Fähigkeit der Mimonoside zur Anregung des Mitotischen Index und also der Zellregeneration erklärt [3, 4]. Andere aus der Rinde der Mimosa Tenuiflora gewonnenen Moleküle, die Arabinogalactane, wurden ebenfalls als Stimulationsfaktor der Zell-Lebensfähigkeit und der Zellvermehrung der Fibroblasten identifiziert [5].

 

  • MEINUNG UNSERES EXPERTEN

Die in der traditionellen Medizin als vernarbungsfördernd bekannten Mimosa Tenuiflora-Auszüge sind schwierig einzuordnen.

Die vorliegenden Polyphenole wirken sich günstig auf die Prozesse Schutz vor oxidativem Stress und Entzündungskontrolle aus. Die üblichen Werte liegen bei etwa 16% in der Rinde.

Jedoch führen noch einige andere Substanzen zur pharmakologischen Einzigartigkeit dieser Pflanze, wie die Saponoside, Derivate der Biochemie der Terpene der Pflanze, die Mimonoside. In deutlich geringerer Konzentrationen (< 0,1%) kommen sie beispielsweise den Asiaticosiden nahe und scheinen für die Zellstimulation der Dermis verantwortlich zu sein.
Es wurden Phytosterine, Alkaloide und Saccharid-Derivate erwähnt. Ebenso sei auf das Vorliegen von entheogenen Stoffen wie Dimethyltryptamin hingewiesen. Zwar bleibt der genaue Wirkungsmechanismus auf die Haut noch zu klären, doch bereits jetzt wird das Vorliegen der neuroaktiven Stoffe mit der in der traditionellen Verwendung beobachteten Schmerz- und Verbrennungs-lindernden Wirkung in Verbindung gebracht.

Die in der traditionellen Medizin postulierte Wirkung der Pflanze hängt also ab von der Art des verwendeten Auszugs und von der Konzentration der verschiedenen Wirkstoffe. In diesem Zusammenhang ist die aus den Angaben ableitbare optimale Dosis zu relativieren. Mangels Tests und vergleichenden Informationen ist möglicherweise eine Dosis in der Größenordnung von % an Tanninen festzuhalten.

Zusammenfassend ist das Verdienst dieser Pflanze unbestreitbar. Dennoch sollte die Verwendung bestimmter kosmetischer Auszüge in biologischen Tests je nach postulierten Eigenschaften bestätigt werden.

 

  • WIRKSAME DOSIERUNG

Alle Veröffentlichungen und wissenschaftlichen Studien sowie die übliche Nutzung dieses Wirkstoffs und die Meinung unseres Experten stimmen darin überein, dass der Reine Wirkstoff Mimosa Tenuiflora in der Dosierung von 75 mg pro Flakon verwendet werden sollte.

 

  • LITERATURANGABEN

[1] Jurema-preta (Mimosa tenuiflora[Willd] Poir) : a review of its traditionnal use, phytochemistry and pharmacology. De Souza RSO et al. Brazilian archives of biology and technology, 51(5): 937-947. 2008.

[2] Therapeutic effectiveness of mimosa tenuiflora cortex extract in venous leg extract ulceration treatment. Rivera-Arce E et al. J. Ethnopharmacol 12:109(3): 523-528. 2007.

[3] Pharmacognosy of Mimosa tenuiflora (Willd.) Poiret. Anton R et al. J. Ethnopharmacol. 38 (2-3) : 153-157. 1993.

[4] Effects of saponins from mimosa tenuiflora on lymphoma cells and lymphocytes. Jiang Y et al. Phytotherapy research, 6(6):310- 313. 1992.

[5] Arabinogalactans from mimosa tenuiflora (Willd.) Poiret bark as active principles for wound healing properties : specific enhancement of dermal fibroblast activity and minor influence on HaCat keratinocytes. Zippel J et al. J. Ethnopharmacol. 124 (3) : 391-396. 2009.

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