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MIMOSA TENUIFLORA
Hauptindikation: kürzlich entstandene Dehnungsstreifen,
beschädigte Epidermis
PURER AKTIVSTOFF A93
Zusammenfassung
 
  • INCI-Bezeichnung : MIMOSA TENUIFLORA BARK EXTRACT
  • Gesamtextrakt aus der Rinde der Mimosa tenuiflora
 

Die Eigenschaften der Rinde der Mimosa tenuiflora, im Sprachgebrauch auch „Hautbaum“ oder mexikanisch Tepezcohuite genannt, werden seit vielen Jahren in der traditionellen Medizin verwendet. Die Mimosa tenuiflora ist dafür bekannt, beschädigte Epidermis auf eindrucksvolle Weise wiederherzustellen. Sie besitzt die regenerierenden Eigenschaften des Hautgewebes. Bereits im 10. Jahrhundert nutzten die Heiler der Maya das Pulver ihrer Rinde bei Hautverletzungen. 1984 gab es bei der Explosion eines Gaskraftwerks mehr als 3000 Verbrennungsopfer. Weil Medikamente knapp wurden, schlug das Rote Kreuz die Verwendung der Rinde des Baumes zur Behandlung der Wunden vor. Die Ergebnisse verblüfften die Ärzte.

Man stellte fest, dass sich die zu 60 % zerstörte Haut der Opfer mit starken Verbrennungen unwahrscheinlich schnell neu bildete. Nach 15 Tagen war die erste Vernarbung der Haut zu beobachten. Nach 26 Tagen hatten die Verletzten eine neue Haut.
Nach 90 Tagen war die Haut identisch wiederhergestellt, mit ihrem Zellmaterial, ihrem pigmentogenen Potential und ihrem Haarwuchs – ohne jede Spur oder Folge. Diese Ergebnisse wurden im folgenden Jahr bei einem Erdbeben in Mexiko bestätigt.

So entdeckte die breite Öffentlichkeit die Eigenschaften dieser Pflanze, die schon die Vorfahren der heutigen Maya kannten. In den 90er Jahren wurde der Rindenextrakt der Mimosa tenuiflora zu einem unerlässlichen Wirkstoff. Heute findet er sich in der Zusammensetzung zahlreicher dermatologisch-kosmetischer Produkte mit vernarbender und regenerierender Wirkung.

  • WIRKUNGSMECHANISMEN / WIRKSAMKEITSBEWEISE

Die Verwendung eines trockenen Auszugs aus der Rinde der Mimosa tenuiflora hat sich als vernarbungsfördernd erwiesen [1]. Eine Konzentration von 5 % wirkt gegen venöse Unterschenkelgeschwüre [2]. Die 8-wöchige topische Anwendung dieses Auszugs führt zu einer Verringerung der Wundengröße um 92 %. Die heilende Wirkung wurde bei allen behandelten Patienten beobachtet. Die vernarbende Wirkung wird in vitro durch die Fähigkeit der Mimonoside erklärt, den mitotischen Index und damit die Zellregeneration zu stimulieren [3, 4]. Andere aus der Rinde der Mimosa tenuiflora gewonnenen Moleküle, die Arabinogalactane, wurden ebenfalls als Stimulationsfaktor für die Zellviabilität und die Vermehrung der Fibroblasten identifiziert [5].

Dehnungsstreifen sind Hautläsionen, die kleinen Narben ähneln. Sie sind die Folge von zwei verschiedenen Phänomenen:
- Beschädigung der Fibroblasten in Verbindung mit dem Abbau der Collagenfasern und der elastischen Fasern. Die Dermis wird dünner und empfindlicher. Die Beschädigung der Fibroblasten scheint mit einer physiologischen oder pathologischen Überproduktion von Glukokortikoiden in Zusammenhang zu stehen.
- Die permanente Spannung der Haut ist auch ein wichtiger Faktor für die Entstehung von Dehnungsstreifen [6].
Kürzlich entstandene Dehnungsstreifen sind normalerweise breit und rot/violett. Im Laufe der Zeit werden sie dünner und heller. Es ist wichtig, Dehnungsstreifen sofort nach ihrer Entstehung zu behandeln (wenn sie noch rot sind), denn wie bei jeder Narbe bringt eine frühzeitige Behandlung oft ein besseres Resultat.

Indem Mimosa tenuiflora die Vernarbung, die Geweberegenerierung und die Vermehrung der Fibroblasten fördert, ist sie ein perfekter Aktivstoff, um kürzlich entstandene Dehnungsstreifen und Hautläsionen jeder Art zu behandeln.

  • MEINUNG UNSERES EXPERTEN

Die in der traditionellen Medizin als vernarbungsfördernd bekannten Mimosa-tenuiflora-Extrakte sind schwierig einzuordnen. Die vorliegenden Polyphenole wirken sich günstig auf den Schutz vor oxidativem Stress und die Entzündungskontrolle aus. Die üblichen Werte liegen bei etwa 16 % in der Rinde.

Es tragen jedoch noch andere Substanzen zur pharmakologischen Einzigartigkeit dieser Pflanze bei, wie die Mimonoside, von der Biochemie der Terpene der Pflanze abgeleitete Saponoside. In deutlich geringeren Konzentrationen (< 0,1 %) kommen sie beispielsweise den Asiaticosiden nahe und scheinen für die Zellstimulation der Dermis verantwortlich zu sein.

Es wurden Phytosterine, Alkaloide und Saccharid-Derivate erwähnt. Ebenso sei auf das Vorliegen von entheogenen Stoffen wie Dimethyltryptamin hingewiesen. Zwar bleibt der genaue Wirkungsmechanismus auf die Haut noch zu klären, doch bereits jetzt wird das Vorliegen der neuroaktiven Stoffe mit der in der traditionellen Verwendung beobachteten verbrennungsschmerzlindernden Wirkung in Verbindung gebracht.

Die in der traditionellen Medizin postulierte Wirkung der Pflanze hängt also von der Art des verwendeten Auszugs und von der Konzentration der verschiedenen Wirkstoffe ab. In diesem Zusammenhang ist die aus den Angaben ableitbare optimale Dosis zu relativieren. Mangels Tests und vergleichenden Informationen ist möglicherweise eine Dosis in der Größenordnung von Prozent an Tanninen festzuhalten.

Zusammenfassend ist das Verdienst dieser Pflanze unbestreitbar. Dennoch sollte die Verwendung bestimmter kosmetischer Extrakte in biologischen Tests entsprechend der postulierten Eigenschaft bestätigt werden.

  • WIRKSAME DOSIERUNG

Alle Publikationen und wissenschaftlichen Studien, die übliche Verwendung dieses Aktivstoffs und die Meinung unseres Experten haben dazu geführt, dass Mimosa tenuiflora mit einer Dosis von 10 % verwendet wird (Auszug, der mehr als 5 % aktives Pflanzenmaterial enthält, also 225 mg pro 50-ml-Flasche).

  • LITERATURANGABEN

[1] Jurema-preta (Mimosa tenuiflora[Willd] Poir): a review of its traditionnal use, phytochemistry and pharmacology. De Souza RSO et al. Brazilian archives of biology and technology, 51(5): 937-947. 2008.

[2] Therapeutic effectiveness of mimosa tenuiflora cortex extract in venous leg extract ulceration treatment. Rivera-Arce E et al. J. Ethnopharmacol 12:109(3): 523-528. 2007.

[3] Pharmacognosy of Mimosa tenuiflora (Willd.) Poiret. Anton R et al. J. Ethnopharmacol. 38 (2-3): 153-157. 1993.

[4] Effects of saponins from mimosa tenuiflora on lymphoma cells and lymphocytes. Jiang Y et al. Phytotherapy research, 6(6):310-313. 1992.

[5] Arabinogalactans from mimosa tenuiflora (Willd.) Poiret bark as active principles for wound healing properties: specific enhancement of dermal fibroblast activity and minor influence on HaCat keratinocytes. Zippel J et al. J. Ethnopharmacol. 124 (3): 391-396. 2009.

[6] Vergetures. Anny Cohen-Letessier: Dermatologue vénérologue, diplômée de l’hôpital Saint-Louis 28, rue de Ponthieu, 75008 Paris France. Cosmétologie et Dermatologie esthétique [50-450-A-10].

 

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