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ESCIN
Hauptindikation: Schwere Beine
PURER AKTIVSTOFF A92
Zusammenfassung
 
  • INCI-Bezeichnung: ESCIN
  • Reines Molekül mit einem Reinheitsgrad von mehr als 95%, Auszug aus der Gewöhnlichen Rosskastanie (Aesculus hippocastanum)
 

Escin ist ein in den Samen der Gewöhnlichen Rosskastanie wie auch in anderen Pflanzenarten vorkommendes Saponin.
Escin liegt in Alpha- und Beta-Form vor. Diese Formen unterscheiden sich in ihrem Schmelzpunkt, ihrer spezifischen Rotation, ihrer hämolytischen Wirkung und ihrer Wasserlöslichkeit. Die Beta-Form des Escins ist der aktive Wirkstoff im Rosskastanienauszug. Drei Arten pharmakodynamischer Wirkung werden dem Escin zugeschrieben: Ödemhemmende Eigenschaften, entzündungshemmende Wirkungen und venentonisierende Eigenschaften.
Escin wird herkömmlich zur Behandlung der Symptome von funktionalen Störungen der Kapillarenstabilität der Haut wie etwa Ekchymosen, Petechien, Venenschwäche (schwere Beine), aber auch in der Symptomatologie der Hämorrhoiden eingesetzt.
Arzneimittelbücher erwähnen üblicherweise die Verwendung der Rosskastanie (titrierter Auszug Escin 16-20%) bei pathologischer Manifestierung von chronischer Veneninsuffizienz (Schmerzen, Schweregefühl, Krämpfe, Ödeme und Juckreiz). Escin findet sich in der Zusammensetzung von pharmazeutischen Spezialprodukten bei topischen Gels (Phlebogel, Aesculaforce).

 

  • WIRKUNGSMECHANISMEN / WIRKSAMKEITSBEWEISE

Escin besitzt entzündungs- und ödemhemmende und venentonisierende Wirkung [1].

Es wirkt auf die Anfangsfaktoren der Entzündung/des Ödems, also die Hypoxie der Endothelzellen gefolgt von der Verringerung der ATP.

Die Entzündungsreaktion wird durch die Freisetzung von Prostaglandin (Signal der Entzündungsantwort) über Phospholipase A2 und PAF (plättchenaktivierender Faktor) ausgelöst. Sie liegt den Ödemen und der Adhäsion von Neutrophilen am Endothel zugrunde.
Die Neutrophile setzen ihrerseits Enzyme vom Typ Elastase frei, welche die Venenwand schädigen und die Produktion von FGF (Fibroblast Growth Factor) anregen, wodurch die Vene geweitet wird. Schließlich verringert die Adhäsion von Neutrophilen am Endothel den Blutfluss und regt Hypoxie an.

Escin greift auf mehreren Ebenen des Prozesses ein.

• Ödemhemmende Eigenschaft
Escin beugt Ödemen vor und lindert sie. Die ödemhemmende Wirkung geht mit selektiver Gefäßdurchlässigkeit einher, wodurch der Venen- und Arterientonus erhöht wird [1]. Escin verringert die Kapillarenschwäche und verhindert so das Eindringen der Flüssigkeit in das interstitielle Gewebe (Hauptursache für Ödeme) [2].

• Entzündungshemmende Eigenschaft
Parallel dazu verringert Escin die Adhäsion von Neutrophilen am Endothel und verhindert so einer erneute Hypoxie [1].

• Venentonisierende Eigenschaft
Schließlich wurde gezeigt, dass Escin venentonisierend wirkt. Dies funktioniert über die Anregung der Prostaglandine F2α in den menschlichen Venen [1].

In vivo-Studien haben die Wirksamkeit von Escin bei örtlicher Anwendung bei Behandlungen von Hämatomen [3] und chronischer Venenschwäche (typisches Zeichen „schwerer Beine“) bewiesen. Nach 6-wöchiger örtlicher Behandlung mit Escin 2% haben Patienten mit chronischer Venenschwäche nämlich eine deutliche Verbesserung des „Schwere-Beine-Symptoms“, der Schmerzen und des Juckreizes sowie ein signifikantes Abschwellen der Knöchel festgestellt [4].

Eine Studie aus dem Jahr 1999 konnte ebenfalls die Wirksamkeit eines Gels mit 2% Escin für topische Anwendung zeigen.
Nach 6-wöchiger Behandlung verringerte sich der Knöchelumfang der Patienten um 0,7 cm, und die Intensität der Symptome (Ödem, schwere Beine, Müdigkeit/Spannungsgefühl, schmerzende Beine, Verbrennungsempfinden an den Beinen, Juckreiz, Parasthesie) nahm deutlich um 60% ab. [5]

 

  • MEINUNG UNSERES EXPERTEN

Dieser Referenzwirkstoff für die Verbesserung der Zirkulation unterscheidet sich in seiner Wirkung und seinem Profil von anderen Medikamenten zur Vasoprotektion vom Typ Polyphenole (wie etwa Rutin). Er gehört zur Gruppe der Saponine, zu der auch Auszüge des Stechenden Mäusedorns gezählt werden können. Dieser Auszug und seine wirksamen Bestandteile sind Grundlage zahlreicher Medikamente. Ihre Wirkungen sind gut bekannt. Ihre amphiphile Struktur verleiht ihnen einen unleugbaren Vorteil, um die Doppelmembranen zu überwinden. Ihre topische Anwendung ist in mehreren Medikamenten bestätigt. Obwohl in jüngeren Studien bereits die verschiedenen Wirkungsebenen beleuchtet wurden, soll in dieser Zusammenfassung das Augenmerk auf die klinischen Besonderheiten des Wirkstoffs gelegt werden.

Die verbesserte tonische Wirkung (Vasomotion) ist deutlicher als bei den Flavonoiden (vom Typ Diosmin z. B.), die eher als „schützend“ eingestuft werden sollten. Die ödem- und entzündungshemmende Wirkung (im Sinne der Verhinderung des Eindringens ins Gewebe) ist beachtlich und bewiesen. Die Hauptindikationen sind also die Verbesserung der Syndrome von Veneninsuffizienz, schweren Beinen und Hämorrhoiden.  Der Wirkstoff ergänzt auch die Behandlung von Rötungen im Gesicht, allerdings werden hierzu die Polyphenole vorgezogen, die die freien Radikale wie Nitroxide neutralisieren, verbunden mit der peripheren Gefäßweitung. Die Saponine werden zudem bei empfindlicher Haut schlechter vertragen.

Die topische Dosis für örtliche Anwendung liegt zwischen 1 und 2% für Venenprobleme. Lediglich im Gesicht können schwächere Konzentrationen oder andere Wirkstoffe verwendet werden, insbesondere für die Behandlung von sehr entzündeter Rosazea.

 

  • WIRKSAME DOSIERUNG

Alle Veröffentlichungen und wissenschaftlichen Studien sowie die übliche Nutzung dieses Wirkstoffs und die Meinung unseres Experten stimmen darin überein, dass der Reine Wirkstoff Escin in der Dosierung von 430 mg pro Flakon verwendet werden sollte.

 

  • LITERATURANGABEN

[1] Aescin : pharmacology, pharmacokinetics and therapeutic profile. Sirtori CR. Pharmacological research. 44(3):183-193. 2001.

[2] Horse Chestnut - Aesculus Hippocastanum: Potential Applications in Cosmetic Skin-care Products. Wilkinson JA and Brown AM, Int J Cosmet Sci. 21(6):437-47. 1999

[3] Report of a double blind, randomized single dose trial of a topical 2% escin gel versus placebo in the acute treatment of experimentally induced hematoma in volonteers. Calabrese C and Preston P. Planta Med. 59:394-397. 1993.

[4] Traitment of chronic veinous insufficiency with fresh plant horse chestnut seed extract: a review of 5 clinical studies. Suter A et al. Advances in therapy, 23(1):179-190. 2006.

[5] Traitement de l’insuffisance veineuse chronique par Aesculaforce gel* pour les veines. Geissbühler S and Degenring FH. Schweiz Zschr GanzheitMedizin. 11(2):82-87. 1999.


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