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ENOXOLON
Hauptindikation: Stark zu Reaktionen neigende, gereizte
Haut; Rötungen
PURER AKTIFSTOFF
A43 und A46

Zusammenfassung
 
  • INCI-Bezeichnung : GLYCYRRHETINIC ACID
  • Reines Molekül mit einem Reinheitsgrad von mehr als 98%, aus Lakritze-Wurzeln gewonnen
    (Glycyrrhiza glabra L.)
 

Einer der Hauptwirkstoffe der Lakritze ist das Glycyrrhizin, das durch Hydrolyse in die Glucoronsäure und das entsprechende Aglycon gespalten wird, die Glycyrrhetinsäure. Glycyrrhetinsäure wird durch ein Oleanan-Gerüst gebildet, das eine Carboxylfunktion C30 besitzt und ein Keton ungesättigt an C11. Dieses Molekül ist nicht natürlich im Körper vorhanden. Nur das Isomer 18 der Glycyrrhetinsäure, das auch Enoxolon genannt wird, ist wirksam und bekannt für seine entzündungshemmenden Eigenschaften. Lokal wird Glycyrrhetinsäure hauptsächlich bei der Behandlung der Symptome von gemäßigten Entzündungen ohne Infektion wie Neurodermitis, Sonnenbrand, Seborrhoische Dermatitis, vaginaler Juckreiz oder Insektenstiche angewandt.

Die Geschichte der Lakritze geht mehrere Jahrhunderte zurück. Sie wurde schon in den traditionellen chinesischen Kräuterbüchern und den ägyptischen Papyri erwähnt. In der traditionellen chinesischen Medizin wird die Lakritzewurzel „Gan Cao“ genannt und wird im Allgemeinen als energetische Stärkung verwendet, um die durch „Qi“- oder Energiemangel entstandenen Übel zu behandeln. Sein Aroma verbessert den Geschmack aller Arzneien.  Außerdem verlangsamt und verlängert Lakritze die Wirkung starker stärkender Tränke. In der chinesischen Medizin wird sie häufig aufgrund ihrer kräftigenden und energetischen Eigenschaften verschrieben. Sie ist tatsächlich in der Lage, die Wirkung bestimmter Gifte (Giftpilze, Tollkirsche usw.) aufzuheben. Ebenso ist sie für ihre beruhigende Wirkung bekannt.

Theophrastos, Aristoteles-Schüler und „Vater“ der Botanik, schreibt in der „Histora plantarum“, dass die „Scythewurzel“ (Lakritze) die Fähigkeit besitzt, Durst zu stillen, wenn man sie im Mund behält. Es ist zu bemerken, dass beispielsweise die Armeen von Alexander dem Großen die Zeiten von Wassermangel während ihrer langen Feldzüge dank dieser Pflanze überstanden haben sollen.

  • WIRKUNGSMECHANISMEN / WIRKSAMKEITSBEWEISE

Glycyrrhetinsäure besitzt entzündungshemmende Eigenschaften. Sie wirkt bei der Oxidierung des Cortisols zu Cortison, in der Synthese und Freisetzung von Histamin und bei der Erhöhung der Antigen-induzierten zellulären Calciumkonzentration.

Die Haut besitzt die Fähigkeit, Cortisol (Glucocorticoid, das Entzündungsreaktionen hemmt) zu Cortison oxidieren, welches seine inaktive Form ist. Die Enzyme, die als Katalysator bei dieser Reaktion wirken, sind: 11β-Hydroxysteroid-Dehydrogenase Typ 2 (11HSD),
Δ-5-β-Reductase und 3 Hydroxysteroid-Dehydrogenase (3 HSD).

• Enoxolon verhindert die Cortisol-Cortison-Umwandlung
Die 18 -Glycyrrhetinsäure besitzt Corticoid-nachahmende Wirkung, indem sie die Cortison-Cortisol-Umwandlung verhindert.
Diese Säure hemmt nämlich 11 HSD, 3αHSD und Δ-5-β-Reductase [1]. Die Hemmung der Δ-5-β-Reductase führt zu einer verlangsamten Beseitigung der Steroide und einer Verlängerung ihrer Plasmahalbwertszeit [1].
Das erhöhte Cortisol/Cortison-Verhältnis hält die Synthese und Freisetzung von Zytokin an, das in die Entzündungsreaktion eingebunden ist, und insbesondere die Gefäßweiterung oder Kontraktion der nicht vaskulären glatten Muskulatur.

• Enoxolon blockiert die Histaminsynthese
Glycyrrhetinsäure wirkt ebenfalls in der Synthese und Freisetzung von Histamin. Angesichts des Angriffs der UV-Strahlen auf die Hautzellen übernimmt das Immunsystem die Verteidigung. Die Mastzellen und basophile Granulozyten werden alarmiert und lösen die Freisetzung von Histamin aus. Dieser chemische Botenstoff diffundiert, bis er die Blutgefäße erreicht. Als wirksamer Gefäßweiter ist das Histamin verantwortlich für die rote Farbe der Haut und das Wärmeempfinden. Die 18 -Glycyrrhetinsäure blockiert die Hisaminsynthese durch Hemmung der Histidindecarboxylase [2, 3] und die Freisetzung des Histamins durch Hemmung der Erhöhung der zellulären Calciumkonzentration [2, 3].

• Enoxolon beruhigt die Haut
Diese verschiedenen Elemente erklären die entzündungshemmenden Eigenschaften der Glycyrrhetinsäure. In vivo wurde seine Wirksamkeit bei Patienten mit Neurodermitis bewiesen. Die Anwendung eines Gels mit Lakritze 2% während zwei Wochen führt nämlich zu einer signifikanten Verringerung des Erythems, des Ödems und des Juckreizes.  Zudem wird die Creme PO12 aus Glycyrrhetinsäure 2% als Hautschutz empfohlen und ist als Selbstmedikation bei der Behandlung von moderaten lokalen Hautirritationen angezeigt [4].  Schließlich hat Glycyrrhetinsäure ihre Wirksamkeit (im Zusammenspiel mit Hyaluronsäure, einem Auszug aus der Weinrebe und Telmestein) bei der Prävention und Begrenzung von Hautreaktionen durch Bestrahlung bewiesen. Sie verringert hier das Verbrennungsgefühl, die Erytheme und die entzündlichen Reaktionen [5, 6].

  • MEINUNG UNSERES EXPERTEN

Dieser wichtige und besonders interessante natürliche Wirkstoff, der in seiner Struktur die Wirkung von Corticoiden imitiert, besitzt ein anerkanntes Profil und eine anerkannte Wirkung. Hautentzündungen reagieren nicht oder schlecht auf entzündungshemmende Mittel, die in anderen Bereichen verwendet werden (die hauptsächlich über die Lipoxygenase wirken). Glycyrrhetinsäure besitzt (bei topischer Anwendung) eine mit der Cortisol-Wirkung verwandte und vergleichbare Wirkung. Cortisol ist ein Corticoid der ersten Generation, dessen Hauttoleranz gut eingeschätzt wird (keine systemischen Nachwirkungen) und dessen Wirkung im Vergleich zu modernen Glucocorticoiden zwar mäßig ist, aber dennoch signifikant und nützlich überall dort, wo man fürchtet, wiederholte Anwendungen und die verbundenen Risiken nicht beherrschen zu können.
Bei 2% ist die Wirkung von 18 G vergleichbar mit 1% Cortisol, umso mehr als die Formel für schnelles Einziehen sorgt und sich wirksam gegen Reizungen, Rötungen und Juckreiz durch Hautentzündung gezeigt hat (leichtes Ekzem, Insektenstiche, Sonnenbrand, Rasurbrand, kleine allergische Empfindlichkeit usw.). Die Verbindung mit Cortisol 1% ist sinnvoll, da es hier zu Synergieeffekten kommt, ebenso mit anderen beruhigenden Wirkstoffen eines anderen Mechanismus und mit Wirkung (allgemein symptomatisch schwächer) wie Bisabolol, Allantoin oder Haferextrakt. Wir haben keinen Anlass zu glauben, dass höhere Konzentrationen auch zu besseren Ergebnissen führen. Obwohl das Sicherheitsprofil zufriedenstellend ist, sollte aus Vorsicht die Konzentration von 2% in der Anwendung und der Zeit begrenzt werden (akut, einige Tage bis einige Wochen).
Bei 0,7%, der gesetzlich in der Kosmetik vorgeschriebenen Dosis, ist die Wirkung sehr begrenzt und häufig bei akuten Entzündungen kaum nachweisbar. Zusätze zum besseren Einziehen und eine angepasste Formel (vor allem in Verbindungen) können dem Wirkstoff besonderes Interesse zur Begrenzung von Hautempfindlichkeit verleihen (Sonne mit Vitamin E, zu Reaktionen neigende Haut mit einem guten Präparat usw.).
In dieser Konzentration scheint den Toxikologen der Sicherheitsbereich bei langfristiger Anwendung zufriedenstellender.
UV-Exposition führt zu chemischen und biologischen Reaktionen. Der Sonnenbrand, auch UV-Erythem, zeichnet sich durch schmerzhafte Bläschenbildung und manchmal Verbrennungen zweiten Grades aus. Sonnenbrand führt zur Freisetzung von Entzündungsmediatoren im Gewebe. Das erste Stadium der Entzündung zeichnet sich durch mehr oder minder schmerzhafte Rötung aus, die bei Druck verschwindet, was zeigt, dass sie auf Weitung der oberflächlichen Blutgefäße der Haut zurückzuführen ist.
Diese Elemente zeugen vom Interesse der Glycyrrhetinsäure als enzündungshemmendes Mittel. Sie ist nützlich bei der Behandlung von UV-Erythemen, Verbrennungs- und Hitzegefühl. Außerdem zeigt der Abschlussbericht zur Sicherheit der Glycyrrhetinsäure, dass ihre Verwendung in kosmetischen Zusammensetzungen keinerlei Gefahr bei einer Konzentration von 2% birgt [7].

  • WIRKSAME DOSIERUNG

Alle Veröffentlichungen und wissenschaftlichen Studien sowie die übliche Nutzung dieses Wirkstoffs und die Meinung unseres Experten stimmen darin überein, dass der Reine Wirkstoff Enoxolon in der Dosierung von 280 mg (für das Gesicht) und 930 mg (für den Körper) pro Flakon verwendet werden sollte.

  • LITERATURANGABEN

[1] Actifs et additifs en cosmétologie. Martini MC et Seiller M. 3ème édition. p 633-634. 2006
[2] Effects of glycyrrhizin and glycyrrhetinic acid on dexamethasone-induced changes in histamine synthesis of mouse mastocytoma P-815 cells and in histamine release from rat peritoneal mast cells. Imanishi N et al., Biochem Pharmacol. 38(15):2521-6. 1989.
[3] Inhibition of histamine synthesis by glycyrrhetinic acid in mast cells cocultured with Swiss 3T3 fibroblasts. Lee YM et al., Int Arch Allergy Immunol. 110(3):272-7. 1996.
[4] VIDAL p.1640
[5] A double-blind, randomised, vehicle-controlled clinical study to evaluate the efficacy of MAS065D in limiting the effects of radiation on the skin: interim analysis. Leonardi MC et al., Eur J Dermatol. 18(3):317-21. 2008
[6] A double-blind, vehicle-controlled clinical study to evaluate the efficacy of MAS065D (XClair), a hyaluronic acid-based formulation, in the management of radiation-induced dermatitis. Primavera G et al., Cutan Ocul Toxicol. 25(3):165-71. 2006.
[7] Final Report on the Safety Assessment of Glycyrrhetinic Acid, Potassium Glycyrrhetinate, Disodium Succinoyl Glycyrrhetinate, Glyceryl Glycyrrhetinate, Glycyrrhetinyl Stearate, Stearyl Glycyrrhetinate, Glycyrrhizic Acid, Ammonium Glycyrrhizate, Dipotassium Glycyrrhizate, Disodium Glycyrrhizate, Trisodium Glycyrrhizate, Methyl Glycyrrhizate, and Potassium Glycyrrhizinate. F.A. Andersen. International Journal of Toxicology. 26(2): 79-112. 2007

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