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ECTOIN
Hauptindikationen: Übermäßige Sonnenexposition,
Vorbereitung der Haut auf Sonne
PURER AKTIVSTOFF A80
Zusammenfassung
 
  • INCI-Bezeichnung : ECTOIN
  • Reines Molekül mit einem Reinheitsgrad von 94%, durch Biotechnologie gewonnen
    Herstellung durch marine Mikroorganismen
 

Ectoin ist ein amphoterer organischer Stoff, der sich an Wasser bindet. Es gehört zu den kompatiblen Soluten und ist in der Lage, den zellulären osmotischen Druck auszugleichen.
Ectoin wirkt kosmotrop, d.h. es kristallisiert das umgebende Wasser und ermöglicht so die Stabilisierung der räumlichen Konstellation und die Funktionalität von Biopolymeren.  Der Stoff kommt häufig bei halophilen Bakterien vor und wurde bei Ectothiorhodospira halochloris, Halomonas elongata, Brevibacterium linens, Halomonas SPC1, Volcaniella eurihalina, Deleya Salina, Bacillus pantothenticus, Bacillus halophilus, Vibrio costicola und Streptomyces parvulus entdeckt.
Diese Organismen überleben und entwickeln sich unter extremen Bedingungen. Diese extremophilen Bakterien schaffen es durch Ectoin, sich an wirklich lebensfeindliche Bedingungen anzupassen (starke Dosis UV-Strahlung, Trockenheit, extreme Temperatur, hoher Salzgehalt). Die Biopolymere von Bakterien werden durch Ectoin stabilisiert und sind folglich vor schädlichen externen Stressfaktoren geschützt. Das von der Natur entwickelte Schutzkonzept kann auf die Kosmetik angewandt werden.
Ectoin liefert einen ganzheitlichen Schutz der Hautzellen; es wirkt als „molekularer Begleiter“, der frühzeitigen Zellschäden vorbeugt. Seine Eigenschaften werden in der Kosmetik gegen Stressfaktoren wie Trockenheit, Salz, Hitze und Frost verwendet.

 

  • WIRKUNGSMECHANISMEN / WIRKSAMKEITSBEWEISE

Ectoin gleicht den osmotischen Druck aus und besitzt eine schützende und stabilisierende Wirkung auf die Biomoleküle in trockener Umgebung.

• Ectoin ist kosmotrop, es bildet eine starke Bindung an Wasser [1].
Gründe für die Wasseraffinität des Ectoins sind die Wasserstoffverbindungen, vor allem das elektrostatische Potential als amphoterer Stoff mit Zwitterion-Eigenschaften [1].  Verschiedene Modelle zur Erklärung der stabilisierenden Eigenschaft des Ectoins wurden vorgeschlagen, darunter das Exklusionsmodell. In diesem Modell werden die kompatiblen Solute aus der Wasserversorgung der Proteine ausgeschlossen [2].

• Ectoin verbessert in vivo die Barrierewirkung der Haut und schützt die Haut vor Entwässerung [1].
Durch eine 12-tägige topische Anwendung von Ectoin 1% wird die Feuchtigkeitszufuhr nämlich um bis zu 200% erhöht und dauert noch 7 Tage nach Ende der Behandlung an [1].

• Seine lichtschützende Wirkung wurde ebenfalls in vivo gezeigt.
Bei topischer Anwendung bei 1% führt es zu starkem und signifikantem Zellschutz in Bezug auf den Ausgleich der Verringerung der UV-induzierten Langerhans-Zellen [3]. Außerdem reduziert es bei 4% die Anzahl verbrannter Zellen und die UV-bedingten DNA-Schäden [3].
Extreme Sonneneinwirkung kann zum Entstehen von Sonnenbrand, zu vorzeitiger Hautalterung, der Entwicklung von Lichtdermatose und Hautkrebs führen. Nach starker Sonnenexposition sind die Proteine und die DNA der Hautzellen geschädigt, sie sammeln sich an und morphologische Veränderungen finden in den Keratinozyten und anderen Hautzellen statt. Wenn die Zelle durch UV-Strahlen-Exposition endgültig geschädigt ist, stirbt sie durch Apoptose ab und sieht wie eine verbrannte Epidermiszelle aus. Durch seine lichtschützende Wirkung verringert Ectoin die Schäden, die durch eine Sonnenexposition entstehen können, und schützt die Haut vor den verheerenden Auswirkungen der Sonne.

 

  • MEINUNG UNSERES EXPERTEN

Dieses natürliche, sehr hydrophile Molekül besitzt bestimmte Analogien zu Urea und den AHA durch die Verteilung der elektronischen Ladungen. Es ist in der Lage, Wasserstoffverbindungen zu schaffen und Wasser zu binden. Dadurch hat es schwankende, nicht sehr spezifische Eigenschaften, was in zahlreichen Arbeiten bestätigt wird.
Es spielt eine stabilisierende Rolle bei biologischen Strukturen. Der Säurecharakter des Moleküls lässt eine pH-abhängige Aktivität vermuten, die in der Literatur noch schlecht untersucht ist. Es ist denkbar, dass ein saurer pH-Wert sinnvoller ist (etwa 4,5).
Die Dosis ist wie für alle diese Molekülgruppen in Abhängigkeit von der gewünschten Formel zu wählen. Ein Interesse könnte zwischen 1 und 5% bestehen. Feuchtigkeitsversorgung der Haut und daraus resultierender Schutz bleiben die Indikation. Bei Sonnencremes kann der Wirkstoff als Ergänzung zu anderen schützenden Stoffen interessant sein. Der Wirkstoff könnte eine gute Ergänzung zu Sonnenprodukten sein.

 

  • WIRKSAME DOSIERUNG

Alle Veröffentlichungen und wissenschaftlichen Studien sowie die übliche Nutzung dieses Wirkstoffs und die Meinung unseres Experten stimmen darin überein, dass der Reine Wirkstoff Ectoin in der Dosierung von 420 mg pro Flakon verwendet werden sollte.

 

  • LITERATURANGABEN

[1] The multifunctional role of ectoine as a natural cell protectant. Graf R et al. Clin Dermatol. 26(4):326-33. 2008.
[2] Compatibles solutes halophilic eubacteria : molecular principles, water-solute interaction, stresss protection. Galinski E.A. Experentia.
49(6-7):488-496. 1993.
[3] Complete photo protection : Going beyond visible endpoints. Pflücker F et al. SÖFW-journal, 131(7):20-30. 2005.

Diese Angaben dienen ausschließlich dem Zweck der Information und stellen in keinem Fall eine medizinische Information dar; ebenso wenig können wir dafür haftbar gemacht werden. Diese Dokumente dürfen ausschließlich für den persönlichen und privaten Informationsbedarf kopiert und reproduziert werden. Jede Verwendung einer Kopie oder Reproduktion zu anderem Zweck ist ausdrücklich verboten und zieht rechtliche Konsequenzen für den Verwender nach sich gemäß Artikel L 122-3 des französischen Urheberrechtsgesetzes („Code de la Propriété Intellectuelle“).

Weitere Informationen:
In vivo assessment of ectoin : a randomized, vehicule-controlled clinical trial. Heinrich U et al. Skin Pharmacol. Physiol. 20:211-218. 2007.
[Wirksamkeitstest: Verbesserung der Feuchtigkeitsversorgung und der Oberflächenparameter der Haut]
Ectoin : an effective natural substance to prevent UVA-induced premature photoaging. Buenger J et al. Skin Parmacol. Physiol. 17:232-237. 2004.
[Prävention der UVA-induzierten Photoalterung]
Genotoxicity of visible light (400-800 nm) and photoprotection assessment of ectoin, L-ergothioneine and mannitol and four sunscreens. Botta C et al. J Photochem Photobiol B. 91(1):24-34. 2008.
[Lichtschutz: Schutz vor DNA-Schäden]
Ultraviolet A-Induced Signaling Involves a Ceramide-Mediated Autocrine Loop Leading to Ceramide De Novo Synthesis. Grether-Beck S et al. J Invest Dermatol 125:545-553. 2005.
[Prävention von Ceramid-Antwort]