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1- Allgemeines

a. Einleitung

Die Haut ist eine schützende und sensorische Hülle mit komplexem Aufbau und einer fabelhaften Organisation, die sich unaufhörlich erneuert. Sie wird von Austausch und Wechselwirkungen bestimmt und ist das direkte Bindeglied zwischen der äußeren Umwelt und unserem Organismus.

Sie spiegelt unsere Gefühle wider und ist Ausgangspunkt unserer Empfindungen… Das ist nicht erstaunlich, wenn man weiß, dass sich unter einer knapp 1 cm² großen Oberfläche bis zu 2.500 Zellen, die auf die Übertragung von sensorischen Signalen spezialisiert sind, und 12 Meter Nervenfasern verbergen, die diese Stimulierungen an unserem ganzen Körper entlang weiterleiten.

Die Gesamtoberfläche unserer Körperhaut beträgt 1 bis 2 m² mit einer durchschnittlichen Höhe von 3 mm. Zu ihren äußerst zahlreichen Bestandteilen gehören unter anderem 5 Millionen Haarfollikel und 3 Millionen Schweißdrüsen für die Schweißabsonderung!

 b. Hauptfunktionen

Die Funktionen der Haut sind vielfältig, komplex und hängen von dem jeweiligen Bestandteil ab.

Schutzfunktion

Durch ihren Aufbau: 

  • kämpft die Haut gegen Wasserverlust, UV-Strahlen, das Eindringen von pathogenen Substanzen…
  • reagiert sie auf Temperaturschwankungen (Thermoregulation)
  • bekämpft sie mit ihrem an der Oberfläche leicht saurem pH-Wert die Vermehrung von Bakterien


Synthesefunktion

Die Haut stellt Strukturproteine, die ihren Halt gewährleisten, sowie Vitamin D her und setzt die für ihre Farbe verantwortlichen Pigmente frei.

Sinnesfunktion

Anhand der Nervenendigungen der Haut spüren wir Wärme, Kälte, Druck und Schmerz. Durch diese Wahrnehmungen kann die Haut Abwehrreaktionen auslösen und sich ihrer Umwelt anpassen.

 c. Aufbau

Die Haut besteht aus drei aufeinanderfolgende Schichten: der Epidermis (sichtbare Hautoberfläche), der Dermis und der Subkutis.

     i. Epidermis

Epidermis

1. Anordnung

Die Oberfläche der Epidermis: ein echter Schutzschild

Die Epidermis ist der oberste Teil der Haut. Ihre Oberfläche, das sogenannte Stratum Corneum (oder Hornschicht), steht in direktem Kontakt mit unserer Umwelt.

Diese Hornschicht besteht aus mehreren übereinanderliegenden Zellen, den Korneozyten, deren Hauptaufgabe es ist, die darunterliegenden Schichten vor dem Eindringen und Austreten von Wasser sowie dem Eindringen von chemischen und pathogenen Substanzen zu schützen.

Diese Zellen sind mit in Wasser unauflöslichem Keratin gefüllt, was die Epidermis hydrophob, also wasserabweisend, macht.

Die Epidermis wird außerdem von einem leicht sauren Hydrolipidfilm (aus Urea und Talg) bedeckt, der die Haut vor Bakterienvermehrung schützt und das Gleichgewicht der Hautflora aufrechterhält.

Diese Organisation (unter anderem Keratin + Hydrolipidfilm) übt die Barrierefunktion der Haut aus.

Dadurch wird der Wasserverlust durch Entweichen in das umliegende Milieu reduziert. Es liegt eine ständige Wasserverdunstung, der sogenannte „transepidermale Wasserverlust“ (TEWL) vor.  Je nach Zustand der Haut kann dieser Wasserverlust schwächer oder stärker sein. 

Die Korneozyten, die direkt mit unserer Umwelt in Kontakt liegen, sind miteinander durch kleine „Nieten“, den sogenannten Corneodesmosomen, verbunden.

Während der Zellerneuerung werden diese Eiweißbrücken durch Enzyme geschwächt, was dazu führt, dass die betroffenen Zellen endgültig von ihren Nachbarzellen abgetrennt und schließlich von der Epidermis abgestoßen werden.

Im Normalfall lösen sich die Korneozyten nach und nach auf unsichtbare Weise ab. Bei Hauttrockenheit oder Schuppenflechte jedoch bleiben die Korneozyten bis zur Hautoberfläche aneinander haften und lösen sich in „Häufchen“ als sichtbare Schuppen ab.

 

Im Herzen der Epidermis halten die Zellen eng zusammen!

Im Inneren der Epidermis befinden sich Zellen, Keratinozyten, die von einem eigens abgesonderten Lipidzement umgeben sind, der aus Ceramiden, freien Fettsäuren, Triglyceriden und Cholesterin besteht. Diese Substanz garantiert den Zellen eine ausgesprochen gute Haftung und verhindert, dass Wasser in ihre Zwischenräume eindringt und anschließend an der Oberfläche verdunstet.

 

An der Basis wird die Epidermis ständig erneuert

An der Basis der Epidermis, genauer gesagt der „dermo-epidermalen Verbindung“, befinden sich Stammzellen, die die Kapazität besitzen, sich in zwei Tochterzellen zu teilen und sich anschließend, auf dem Weg zur Oberfläche, zu differenzieren.

Auf ihrer Reise zu den oberflächlichen Hautschichten füllen sich diese Zellen, die sogenannten Keratinozyten, nach und nach mit Keratin, um sich in Korneozyten zu verwandeln, die das Stratum Corneum bilden. Die Differenzierung endet mit einer Abschuppung, um Platz für neue Zellen zu schaffen.

Ein beeindruckender Vorgang, der für eine ständige Erneuerung der Epidermis sorgt, wobei jeder Zyklus ungefähr 4 Wochen dauert.

Wenn die Haut ständigen Reibungen oder Traumata ausgesetzt ist, wird der Abschuppungsprozess durcheinander gebracht. Die Haut verdickt sich und an bestimmten Stellen, wie zum Beispiel den Fersen, können Schwielen und Hornhaut entstehen.

Zoom auf den Keratinozyten

Die Keratinozyten stellen 90% der Epidermiszellen dar und kommen aus der tiefen Schicht der Epidermis. Im Laufe ihres Lebens lösen sich die Zellen (von jüngeren Keratinozyten abgestoßen) und wandern nach außen, wobei sie immer flacher und flacher werden. Sobald sie an der Oberfläche angelangt sind, verlieren die Keratinozyten ihren Kern, verwandeln sich in Korneozyten und fallen auf ganz natürliche Weise ab. Durch dieses Phänomen wird die Epidermis ständig erneuert. 

Wenn es nicht mehr klappt…

  • Übermäßige Abschuppung, beschleunigte Erneuerung >> Schuppenflechte

 Empfohlener reiner Wirkstoff: A32 D-Panthenol

  • Verdickung der Hornschicht: raue Haut, Schwielen

  Empfohlener reiner Wirkstoff: A32 D-Panthenol

  • Beeinträchtigte Barrierefunktion >> trockene Haut / empfindlich gewordene Haut >> Atopie, Ekzem

 Empfohlener reiner Wirkstoff: A30 Vitamin PP

  • Verlangsamte Erneuerung >> graue Haut / dünnere Haut

 Empfohlene reine Wirkstoffe: A10 Mimosa Tenuiflora, A60 Zitronensäure / AHA

Zoom auf die Zellmembran

Die Zellmembran oder Plasmamembran ist die Hülle, die alle menschlichen Zellen umschließt und schützt.

Hier findet ein großer Stoffaustausch zwischen dem Zellinneren und ihrem äußeren Milieu statt.

Sie besteht aus einer Doppellipidschicht, Glycoproteinen und Kohlenhydraten.

Cholesterin zählt zu den wichtigsten dieser Lipide (15 bis 20%) und ist für das Gleichgewicht und die Fluidität der Membran unerlässlich.

Die Hauptfunktionen der Membran werden im Allgemeinen durch die Eiweiße ausgeübt: der Stoffaustausch mit dem äußeren Milieu, der Molekültransport durch die Membran, die Haftung zwischen zwei Zellen, die Verankerungspunkte mit der extrazellulären Membran…

Die Kohlenhydrate stärken die Membran auf ihrer Außenseite und tragen zur Zellorientierung bei.

2. Funktion

Farbenvielfalt dank der Epidermis!

MélanozytZwischen Dermis und Epidermis befinden sich die Melanozyten. Es handelt sich dabei um Zellen, die auf die Bildung von Melaninen, Pigmenten, die bei dem Färbungsprozess der Haut eine wesentliche Rolle spielen, spezialisiert sind.

Diese Zellen besitzen Dendriten, und zwar fingerartige Ausstülpungen, die sich zwischen die Zellen schieben, um das Melanin dort abzugeben.

Das Melanin ist in „Kapseln“, den sogenannten Melanosomen, im Inneren der Melanozyten konzentriert.

Diese Kapseln wandern an den Dendriten entlang bis zu den Keratinozyten, um dort das Melanin auszuschütten.

Es ist eine ständige Melaninproduktion im Gange, die jedoch durch UVB-Strahlen sehr stark angeregt wird, was sich an der Hautoberfläche durch eine mehr oder weniger intensive Bräune äußert. 

Durch ihre UV-absorbierende Wirkung schützen diese Pigmente die durch Sonneneinstrahlung angegriffene Haut. Die Bräune ist also ein natürlicher Lichtschutzmechanismus.

Es gibt zwei Arten von Melaninpigmenten: das dunkelbraun-schwarze Eumelanin und das gelb-orange Phäomelanin. Jeder Mensch besitzt ein ganz bestimmtes Verhältnis dieser beiden Melanine, die für seine Hautfarbe verantwortlich sind.

Bei Sonnenexposition wird die Melaninproduktion durch die Melanozyten angeregt. Durch dieses Phänomen, die sogenannte Melanogenese, kommt die Bräune zustande. Eumelanine besitzen die Fähigkeit, UV-Strahlen zu absorbieren, so dass sich die Haut auf natürliche Weise vor der Sonne schützen kann. Die Melanozyten haben also eine lichtschützende Funktion durch die Synthese von Eumelaninen. Leider sind die hauptsächlich bei Rothaarigen gebildeten Phäomelanine nicht lichtschützend, sondern reagieren auf Lichteinfluss eher aggressiv, indem sie bei Exposition gegenüber UV-Strahlen freie Radikale herstellen. Dies erklärt das hohe Risiko bei Rothaarigen, lichtbedingten Hautkrebs zu entwickeln.


Zoom auf einen Melanozyten 

Melanozyten sind Zellen, die sich in der Epidermis befinden und ein Pigment namens Melanin herstellen. 

Die Anzahl Melanozyten ist gleichbleibend und beträgt, je nach Person, 2 bis 4% der Epidermiszellen. Die Pigmentierungsvarianten - also die der Hautfarbe - eines jeden Menschen hängen nicht von der Gesamtanzahl Melanozyten ab, die eher gleichbleibend ist, sondern werden durch die  Aktivität der Melanozyten und die Aufteilung der Melanosome (Speicherorganellen für Melanin) innerhalb der Epidermiszellen bestimmt.

Wenn es nicht mehr klappt…

  • Nicht genug Melanin >> helle Haut / Bräunungsprobleme

Empfohlener reiner Wirkstoff: A83 Tyrosin

  • Zuviel Melanin >> Flecken, Hyperpigmentierung / unregelmäßiger Teint

Empfohlene reine Wirkstoffe: A71 Glabridin, A72 Arbutin

Ein unglaubliches Empfindungsvermögen!

Sinnesrezeptor

In der Epidermis befinden sich Sinnesrezeptoren: Merkel-Zellen, Meissner-, Ruffini- und Vater-Pacini-Körperchen.

Werden diese Zellen stimuliert, übertragen sie Meldungen an die Nervenendigungen, wodurch eine Wahrnehmung zustande kommt: Textur, Druck, Kälte, Wärme, Schmerz…

 

Eine absolut sichere Immunität! 

Wenn es einer pathogenen Substanz gelingt, in die Hornschicht einzudringen, wird sie von „Abwehrzellen“, und zwar den Langerhans-Zellen, ausfindig gemacht, die den Eindringling unter Kontrolle bekommen und ihn durch eine Immunreaktion zerstören.

Langerhans-Zelle

Zoom auf die Langerhans-Zelle

Langerhans-Zellen sind bewegliche Zellen, die 3 bis 6% der Epidermis-Zellen darstellen. Sie stammen aus dem Knochenmark und sind Teil des Immunsystems. Als wahre „Wachposten“ geben sie der Haut die Möglichkeit, sich gegen schädliche physikalische (UV-Strahlen), chemische (Allergene) oder mikrobiologische (Bakterien, Viren) Einflüsse zur Wehr zu setzen. Hat sich eine Fremdsubstanz auf der Haut abgesetzt, wird sie von den Langerhans-Zellen abgefangen und den T-Lymphozyten (Immunzellen) präsentiert, die deren Zerstörung auslösen. Sie sind auf indirekte Weise für Entzündungsreaktionen, Überempfindlichkeit der Haut und Allergien verantwortlich.


Wenn es nicht mehr klappt…

  • Zu empfindliche Rezeptoren >> Übermäßige Hautreaktion / Überempfindlichkeit


Empfohlene reine Wirkstoffe:
A43 Enoxolon 280, A46 Enoxolon 930 


Eine grundlegende Vitamin D-Produktion

Die Haut ist auf Vitamin D3-Synthese durch Umwandlung des Cholesterins unter Einwirkung von Sonnenlicht spezialisiert.
Sobald das Vitamin gebildet ist, gelangt es direkt in die Blutgefäße der Haut, um in die Leber und die Nieren transportiert zu werden, wo es schließlich seine aktive Form erreicht.
Ist Vitamin D3 in ausreichender Menge im Blut vorhanden, ermöglicht es eine bessere Calcium- und Phosphoraufnahme durch den Darm, die vor allem für das Wachstum und die Widerstandsfähigkeit der Knochen notwendig ist.

Es gibt noch eine zweite Vitamin D-Quelle, und zwar Nahrungsmittel (Fettfisch, Eier, Butter, Lebertran).

Man geht davon aus, dass mit einer minimalen Sonnenexposition (15 bis 30 Minuten täglich) 50 bis 90% des Vitamins D von der Haut hergestellt werden.

     ii. DermisDermis

Die Dermis ist eine außergewöhnliche, in ein Gel aus Glycoproteinen eingebettete Vernetzung, wo sich Kollagen- und Elastinfasern vermengen und die Haut widerstandsfähig und elastisch machen.

Diese Moleküle, die den Aufbau der Dermis gestalten, werden von hochspezialisierten Zellen, den Fibroblasten, gebildet, die als echte „Fabriken“ für Fasern und Hauptmoleküle, gelten.

Mit dem Alter nehmen die Anzahl an Fibroblasten und deren Aktivität ab. Die Fasern, die die Struktur der Dermis bilden, werden schwächer und brüchig, die Epidermis „sackt“ zusammen, die Gesichtszüge prägen sich tiefer ein und es kommt zur Faltenbildung.

Die Dermis ist mit Gefäßen durchzogen. Es sind dort dünne und kleine Blutgefäße vorhanden, um der Haut die Nährstoffe, die sie für ihre verschiedenen Aufgaben benötigt, zuzuführen.

Außerdem regulieren sie die Temperatur der Haut, indem sie sich erweitern oder zusammenziehen.

Zoom auf den FibroblastenFibroblast

Fibroblasten sind die Hauptzellen der Dermis und für die Festigkeit und Dichte der Haut unentbehrlich. Sie besitzen nämlich die Fähigkeit, sämtliche Stützmoleküle der Haut, wie das Kollagen und die Elastinfasern, herzustellen. Diese Moleküle sind für die Widerstandskraft und Elastizität der Haut unerlässlich. Die Fibroblasten synthetisieren außerdem die gelartige Grundsubstanz der dermalen Matrix.

Diese Substanz setzt sich aus Hyaluronsäure, Strukturproteinen (Glycoproteinen) und Proteoglycanen zusammen. Sie füllt die Zwischenräume zwischen Fasern und Dermiszellen aus und sorgt für eine pralle, geschmeidige und gut mit Feuchtigkeit versorgte Haut. Die Fibroblasten besitzen eine schnelle Teilungsfähigkeit. Sie spielen bei sehr vielen Mechanismen eine Rolle und tragen aktiv zum Gewebereparaturprozess (Wundheilung) bei.

Wenn es nicht mehr klappt…

  •  Weniger Fibroblasten, mehr Abbauenzyme, sinkender Feuchtigkeitsgehalt der Haut

 >> Falten, Verlust an Festigkeit

Empfohlener reiner Wirkstoff: A06 Hyaluronsäure LW

Zoom auf das Mitochondrium

Das Mitochondrium ist ein kleines Organell, das im Cytoplasma der meisten Zellen des menschlichen Körpers vorhanden ist. Es wird zu Recht die „Lunge“ der Zelle genannt, da es bei dem Phänomen der Zellatmung eine grundlegende Rolle spielt.

Das Mitochondrium besitzt nämlich die Fähigkeit, anhand von Sauerstoff die durch die Nahrung zugeführten Moleküle (Fettsäuren, Zucker...) durch die zwei folgenden Schlüsselprozesse in Zellenergie umzuwandeln:

  • oxidative Phosphorylierung
  • Citratzyklus

Diese Energie wird in Form von ATP (Adenosintriphosphat) ausgeteilt und dient der Herstellung sämtlicher Eiweiße, die für das Leben der Hautzellen unentbehrlich sind.

     iii. SubkutisSubkutis

Die Subkutis bildet die dickste Hautschicht und ist mit der Dermis durch Elastin- und Kollagenfasern verbunden.

Sie besteht hauptsächlich aus Adipozyten, und zwar Zellen, die auf die Produktion und Speicherung von Fetten spezialisiert sind.

Diese Fettstoffe sind für das Funktionieren jeder Hautzelle notwendig, da sie bei ihrem Abbau Lebensenergie erzeugen .

Die gesamten Adipozyten bilden ein geschmeidiges und verformbares Stützgewebe mit stoßdämpfender Wirkung, also sozusagen eine „Matratze“ für die Haut.

Die Zellen spielen auch eine isolierende Rolle und tragen so zur Thermoregulation der Haut bei.

Zoom auf einen Adipozyten

Adipozyten sind sehr große Zellen. Als regelrechte Energiespeicher können sie Fett in Form von Triglyceriden in Vakuolen speichern. Außer der Rolle als Energieträger tragen diese Zellen auch zur Produktion bestimmter Hormone (Östrogen) und zur Synthese von Molekülen, die an Entzündungsreaktionen beteiligt sind, bei.

Man unterscheidet zwei Arten von Adipozyten:

  • Die weißen Adipozyten stellen 15 bis 20% des Gewichts eines Menschen dar und werden daher als eine der größten Energiereserven des Organismus betrachtet.

  • Die braunen Adipozyten findet man in großen Mengen bei überwinternden Tieren und Neugeborenen. Bei der Geburt helfen sie dem Baby vor allem, sich dem plötzlichen und harten Temperaturunterschied (Mutterleib 37°C, außerhalb 20°C) anzupassen.


Auch wenn ihre Anzahl nach dem Jugendalter eher gleichbleibend ist, können sich die Adipozyten das ganze Leben lang von einer Vorläuferzelle aus, dem sogenannten Präadipozyten, vermehren. Die Größe eines Adipozyten ist sehr unterschiedlich. Je mehr (durch die Nahrung zugeführte) Fette er speichert, desto größer wird er und kann bis zu zehn Mal seine ursprüngliche Größe erreichen. Dieses Phänomen ist für die Gewichtszunahme verantwortlich. Bei einer Diät hingegen setzen die Adipozyten Fettsäuren und Zucker als Energiequelle im Organismus frei.

Wenn es nicht mehr klappt…

Oder, besser gesagt, wenn durch die Nahrung zu viele Fettsäuren zugeführt werden, werden sie in den Adipozyten gespeichert, die immer mehr anschwellen... Dies führt zu einer dellenförmigen Hautoberfläche, der sogenannten Orangenhaut. Das Phänomen wird durch Stress, Hormonschwankungen und eine schlechte Durchblutung verstärkt.

Empfohlener reiner Wirkstoff: A90 Koffein

2. Die Vielfältigkeit der Haut

 a. Eine unendliche Farbenvielfalt

     i. Schwarze Haut

SCHWARZE HAUT: EIN ANDERES VERHALTEN IN GEMÄSSIGTEM KLIMA

Ein besserer Schutz gegen die Sonne

Es besteht kein grundlegender Unterschied zwischen heller und schwarzer Haut, außer bei den Melanozyten, den Zellen, die für die Hautfarbe verantwortlich sind. Ihre Anzahl ist die gleiche, sie funktionieren jedoch auf andere Weise. Sie sind aktiver und bilden größere und dunklere Melaninkörner (es handelt sich dabei vor allem um Eumelanin), die sich anschließend auf der gesamten Höhe der Epidermis in den Keratinozyten verteilen. So kommt es zu einem wirksamen Sonnenschutz. Schwarze Haut neigt selten zu Sonnenbrand oder UV-Strahlen bedingtem Krebs.

Pigmentprobleme

Die Hautfärbung ist nicht gleichmäßig, manche Stellen sind dunkler, wie zum Beispiel Mund- oder Augenkonturen, die Stirn oder der Hals.

Hautstörungen wie Akneläsionen, kleine Narben, Reizungen oder Entzündungen können zu hyperpigmentierten Flecken führen. Durch die Benutzung fettiger Cremes für die Haare kann die Akne am Kopfhautansatz noch stärker sein.

Die Haut ist oft leicht reizbar - das kann mit ungünstigen Klimaverhältnissen zusammenhängen -, wodurch oberflächliche Entzündungen entstehen, die zu Hyperpigmentierungen führen. In manchen Fällen kommt die Hautreizung von einer langzeitigen Benutzung aggressiver aufhellender Mittel wie Kortikoide, die die Haut strapazieren und empfindlicher machen. Hydrochinon kann übrigens konfettiartige Depigmentierungen (vielzählige kleine weiße Fleckchen) verursachen.

Die Alterung schwarzer Haut zeigt sich vor allem durch Unregelmäßigkeiten in der Pigmentierung.

Empfohlene reine Wirkstoffe: A10 Mimosa Tenuiflora, A43 Enoxolon 280, A46 Enoxolon 930

Eine Haut, die leicht an Feuchtigkeit verliert

Die Hornschicht ist nicht dicker, sondern dichter. Die Barrierefunktion ist weniger wirksam als bei heller Haut; schwarze Haut verliert durch einen hohen transepidermalen Wasserverlust leichter an Feuchtigkeit. Sie schuppt sich ab und nimmt, vor allem im Winter, eine gräuliche Färbung an. Sie erträgt nämlich schlecht die Kälte und dadurch, dass sie wenig schwitzt, wird bei gemäßigtem Klima ihr natürliches Feuchtigkeitssystem durcheinander gebracht. Die Körperhaut ist oft trocken oder sogar rau und ähnelt, vor allem auf den Beinen, einer „Krokodilshaut“. Die Epidermis muss also ständig mit Feuchtigkeit versorgt und an den trockenen Stellen genährt werden.

Wird die Hauttrockenheit des Gesichts mit ungeeigneten Produkten behandelt, kann dies zu Hyperseborrhoe und zu Hautglanz führen. Daher die Nachfrage nach feuchtigkeitsspendenden Pflegeprodukten ohne mitesserfördernde Wirkung. 

Auch Haare und Kopfhaut sind sehr trocken, wodurch man fettende Haarpflegeprodukte verwendet, die eine Akne am Kopfhautansatz hervorrufen oder verschlimmern können.

Zu häufiges Waschen mit aggressiven Hygieneprodukten (Marseiller Seife, Duschgel) und wiederholtes mechanisches Peeling müssen verhindert werden, da sie den Hydrolipidfilm noch mehr schädigen und die Trockenheit und Gereiztheit einer Haut, die durch geringere Luftfeuchtigkeit, Kälte, das Reiben der Kleidung und das kalkhaltige Wasser unserer gemäßigten Regionen bereits stark mitgenommen ist, verstärken.  

Empfohlene reine Wirkstoffe: A30 Vitamin PP, A31 Aloe Vera, A60 Zitronensäure / AHA

Empfohlene biomimetische Pflegeprodukte: B21 Leichte feuchtigkeitsspendende Emulsion, B52 Geschmeidige aufbauende Milch - Körper

Wenige Falten

Schwarze Haut ist der Sonneneinstrahlung wunderbar angepasst und zeigt vor 50 Jahren wenig Anzeichen von Alterung. Die dicke und kompakte Dermis, deren elastische Fasern etwas anders aufgebaut sind als bei heller Haut, ist gegen Sonnenelastose gut geschützt. Daher auch ein verspätetes Auftreten von Falten. Die Alterungszeichen können also mit denselben Produkten wie bei heller Haut behandelt werden, da die Mechanismen in beiden Fällen identisch sind. 

     i. Asiatische Haut

AUF DER SUCHE NACH DEM PERFEKTEN TEINT

Eine der Hauptsorgen der asiatischen Frauen, deren Haut zu Pigmentstörungen neigt, ist die Aufhellung des Teints. Sie haben jedoch auch eine empfindliche Haut, die geeignete Pflege benötigt.

Die Faltenbildung erfolgt später als bei kaukasischer Haut

Alterungszeichen treten anders und durchschnittlich erst 10 Jahre später auf. Asiaten haben generell eine dickere Haut. Falten bilden sich bei ihnen eher als Krähenfüße, auf der Stirn sowie im Augen- und Mundkonturenbereich. Bis 40 Jahre sind sie kaum sichtbar, anschließend beschleunigt sich der Faltenbildungsprozess auf unlineare Weise. Durch die Dicke der Epidermis wird er vor allem an ausgesetzten Hautstellen, wo die Zellereneuerung schlechter ist, verringert. Auch ein Verlust an Elastizität ist zu beobachten. Die Falten werden im Laufe der Jahre an der Oberfläche zahlreicher und tiefer, Anzahl und Länge verändern sich ab 60 Jahren jedoch fast gar nicht mehr.

Besondere Pigmentstörungen

Bei Asiaten zeigt sich die Gesichtsalterung zunächst durch das Auftreten von Pigmentflecken. Die ersten Unregelmäßigkeiten werden mit ungefähr 30 Jahren auf den Wangen und der Stirn sichtbar, nämlich lichtausgesetzten Hautstellen, die Melaninansammlungen aufweisen. Diese Hyperpigmentierungen verstärken sich ab 50 Jahren. Außerdem nimmt die Haut mit zunehmendem Alter eine gelbliche Färbung an.

Nicht nur die Sonne ist dafür verantwortlich. Auch die Hormone spielen bei der Kontrolle der Pigmentierung eine Rolle, indem sie die Melanogenese (den Melaninbildungsprozess) stören, wobei jedoch auch ein genetischer Ursprung zu berücksichtigen sei.

Dafür ist asiatische Haut weniger anfällig für UV-bedingten Hautkrebs, was eine gute Reparationsfähigkeit von DNA-Schäden der Hautzellen nach Sonnenexposition vermuten lässt.

Häufige Überempfindlichkeit

Auf umweltbedingten Stress, wie zum Beispiel Luftverschmutzung, reagiert die Haut asiatischer Frauen oft sehr empfindlich oder sogar intolerant. Sie weist schnell Rötungen und Entzündungen auf, was jedoch je nach asiatischer Region, Klima, Ernährungsgewohnheit und Lebensweise variieren kann.

Die Hautbarriere hat eine schwächere Wirkung. Der Feuchtigkeitsgrad ist niedriger, da das Stratum Corneum weniger NMF (Natural Moisturizing Factor) enthält. Akne ist ein häufiges Hautproblem, das auch Flecken hinterlassen kann.

Empfohlene biomimetische Pflegeprodukte: B03 Physiologische Reinigungsmilch, B04 Seidiges ReinigungsölB05 Physiologisches Tonic, B07 Entschlackender Reinigungsschaum, B20 Ölfreies erfrischendes Fluid, B21 Leichte feuchtigkeitsspendende Emulsion  

 b. Hauttypen

     i. Fettige Haut

Fettige Haut zeichnet sich durch eine übermäßige Talgproduktion aus; es handelt sich dabei um eine schützende fettige Substanz, die von den Talgdrüsen hergestellt wird. Diese Hypersekretion hat sichtbare Folgen: schimmernde oder glänzende Haut, große Poren, offene Komedone (schwarze Mitesser) oder geschlossene Komedone (Mikrozysten).

Der Talg steigt aus dem Talgdrüsenfollikel nach oben und wird dann durch die Poren der Epidermis ausgeschieden, um auf der Hautoberfläche einen schützenden Hydrolipidfilm zu bilden.

Es kann jedoch, durch verschiedene Faktoren bedingt, vorkommen, dass die Talgdrüsen zuviel davon produzieren.

Fettige Haut schimmert und glänzt, besonders auf der T-Zone (Stirn, Nase und Kinn). Die Poren sind erweitert, wodurch ein unregelmäßiges Hautbild entsteht. Ist der Talg in zu großen Mengen vorhanden, kann er die Hautporen verstopfen. Fettige Haut ist also recht aknegefährdet (es besteht das Risiko eines Auftretens von schwarzen und weißen Mitessern, Pickeln usw.).

Dies ist bei dem Hormonumschwung in der Pubertät sehr geläufig: Dabei haftet sich ein Testosteronderivat an die Talgdrüsen und erhöht somit auf beachtliche Weise die Talgproduktion.

Das Phänomen „fettige Haut“ betrifft jedoch nicht nur Jugendliche, sondern kann auch im Erwachsenenalter bestehen bleiben. Heutzutage sind etwa 54% der Frauen gelegentlich von diesem Hautproblem betroffen.

Eine fettige Haut kann also viele verschiedene Ursachen haben:

  • Hormoneller Faktor: Pubertät, falsch dosierte Pille, Schwangerschaft...
  • Erbliche Veranlagung
  • Klimabedingungen: Bei Wärme und hoher Luftfeuchtigkeit wird der Talg flüssig und „zerläuft“ auf der Epidermisoberfläche, wodurch sich der Hautglanz noch verstärkt.
  • Stress: Er verändert das hormonelle Gleichgewicht und regt die Talgabsonderung an.
  • Tabak und Luftverschmutzung: Giftige Substanzen führen zu einer Vergrößerung der Talgdrüsen. Die Poren erweitern sich und die Talgproduktion wird erhöht.

     i. Mischhaut

Mischhaut hat die besondere Eigenschaft, auf den Wangen „normal“ oder trocken und in der T-Zone (Stirn, Nase und Kinn) fettig zu sein.

Die Pflege von Mischhaut ist eine heikle Sache. Da die Bedürfnisse der T-Zone sich nämlich von denen des restlichen Gesichts unterscheiden, ist es wichtig, angemessene Reinigungs- und Pflegeprodukte, wie die Mattierende ausgleichende Pflege, zu verwenden: weder zu aggressiv noch zu reichhaltig und auf keinen Fall mitesserfördernd.

     iii. Trockene Haut

Man spricht von trockener Haut, wenn diese unter einem Mangel an wesentlichen Nährstoffen und Talg (von den Talgdrüsen gebildete Lipidsubstanz) leidet. Dieser Lipidmangel führt ein regelmäßiges Spannungsgefühl mit sich, die Haut kann unangenehm werden und sich rau anfühlen.

An trockener Haut können alle Menschen in jedem Alter leiden. Im Allgemeinen sind Frauen eher betroffen als Männer, da ihre Haut dünner ist und natürlicherweise zu weniger Talgabsonderungen neigt. Auch Kinder und ältere Menschen haben häufig eine trockene Haut, da die Talgproduktion in ihrem Alter recht niedrig ist.

Wenn der Hydrolipidfilm seine Aufgabe nicht mehr erfüllt, kommt es zu einer übermäßigen Verdunstung des in der Epidermis enthaltenen Wassers. Dies erklärt, weshalb eine trockene Haut (Lipidmangel) oft auch eine feuchtigkeitsarme Haut (Feuchtigkeitsmangel) ist. 

Wenn der Film geschädigt ist, verflüchtigen sich Feuchtigkeit und Lipide und die Haut trocknet nach und nach aus. Diese Trockenheit kann viele Faktoren als Ursache haben:

  • Umwelt: trockenes Klima, Winterwind, sehr kalte Temperaturen, Luftverschmutzung, Überheizung, kalkhaltiges Wasser…
  • schlechte Lebensgewohnheiten: häufige warme Bäder, Verwendung von hautaggressiven Seifen oder Reinigungsmitteln, Sonnenexposition…
  • hormonelle Faktoren: Menopause, falsch dosierte Pille, Schwangerschaft...
  • Medikamente: Einnahme von harntreibenden Mitteln und/oder Antihistaminen
  • erbliche Veranlagung


Trockene Haut ist eine Haut, die Weichheit, Elastizität und Geschmeidigkeit verloren hat. Sie ist in der Regel rau, spannt, verursacht ein unangenehmes Hautgefühl und altert vorzeitig. Stellenweise können Fältchen, kleine und große Risse oder Sprünge auftreten. Die entfettete Haut pellt sich ab und kann sehr empfänglich für Reizungen oder Juckreize werden.

 

     iv. Feuchtigkeitsarme Haut

Feuchtigkeitsarme Haut ist eine Haut, die an Wassermangel leidet. Die Feuchtigkeitsarmut ist normalerweise nur vorübergehend und kann alle Hauttypen betreffen: fettige Haut, Mischhaut, trockene Haut, sehr trockene Haut, ob empfindlich oder nicht. Es ist wichtig, trockene Haut nicht mit feuchtigkeitsarmer Haut zu verwechseln. In ersterem Fall leidet die Haut nämlich unter ständigem Lipidmangel und benötigt eine zusätzliche Zufuhr von reichhaltigen, fettigen Substanzen (Öl, Butter...). Im zweiten Fall mangelt es der Haut an Feuchtigkeit und sie braucht wasserbindende aber nicht fettige Zusatzstoffe.

Wasser ist bei jeder Haut ein wesentlicher Bestandteil. Die obere Schicht der Epidermis (Stratum Corneum) besteht natürlicherweise aus 12 bis 16% Wasser. Wenn dieser Anteil unter 10% liegt, kann man die Haut als feuchtigkeitsarm bezeichnen. Die Gründe dafür?

  • Das Wasser der Haut wird generell von einem auf deren Oberfläche befindlichen Hydrolipidfilm zurückgehalten, der einen Teil der Barrierefunktion der Haut übernimmt. Leider kommt es vor, dass dieser Film geschädigt wird (durch aggressive Reinigungsmittel, Luftverschmutzung, Sonne, Seife…). Dadurch werden die Wassermoleküle nicht mehr in den oberen Schichten der Epidermis zurückgehalten und es kommt zu einer feuchtigkeitsarmen Haut.

 

  • Hautwasser verdunstet regelmäßig auf ganz natürliche Weise. Bei kaltem und trockenem Wetter jedoch verstärkt sich dieser Wasserverlust. Parallel dazu ziehen sich die Blutgefäße zusammen, um gegen die Kälte anzukämpfen, und reduzieren somit die Mikrozirkulation. Die durch das Blut zugeführte Wassermenge ist also geringer, und die Haut verliert nach und nach ihren ursprünglichen Feuchtigkeitsgehalt.

 

Eine feuchtigkeitsarme Haut ist weder geschmeidig noch elastisch oder strahlend. Sie kann unangenehmes Haut- und Spannungsgefühl verursachen (wie zum Beispiel nach dem Duschen oder einer zu intensiven Sonnenexposition). Besonders im Augenkonturbereich können Trockenheitsfältchen auftreten. Auch wenn diese Symptome oft nur vorübergehend sind, muss unbedingt darauf geachtet werden, dass die Haut täglich gut mit Feuchtigkeit versorgt wird, damit sie nicht andauern.

     v. Empfindliche, reaktive und allergische Haut

Empfindliche und reaktive Haut

Empfindliche Haut ist eine zarte, dünne, anfällige und oft reaktive Haut. Äußeren schädlichen Einflüssen gegenüber neigt sie zu übermäßigen Reaktionen, die Rötungen sowie unangenehmes Haut- und Spannungsgefühl mit sich bringen.

Von Hautempfindlichkeit seien angeblich etwa 60% der Frauen und 40% der Männer betroffen - da sieht man einmal, wie weit dieses Phänomen verbreitet ist! Je nach Alter und Umwelt kann sich die Hautqualität verändern. Eine als „normal“ geltende Haut kann sich nämlich im Laufe der Zeit zu einer empfindlichen und anschließend reaktiven Haut entwickeln und manchmal sogar regelrecht intolerant werden. Von diesem Problem sind alle Hauttypen betroffen: Mischhaut, fettige, trockene, sehr trockene oder feuchtigkeitsarme Haut.

Die Ursachen: Im Allgemeinen ist eine Hautüberempfindlichkeit auf eine geschädigte Barrierefunktion der Haut zurückzuführen. Wenn die oberflächliche Hautschicht (Hornschicht oder Stratum Corneum) beschädigt ist, wird sie durchlässiger und so können potentiell hautreizende Substanzen in die Epidermis eindringen. Es kommt zu einer Entzündungsreaktion und die Haut wird schnell rot und anfällig.

In manchen Fällen ist eine Störung der Nervenendigungen der Haut für diese extreme Empfindlichkeit verantwortlich.

In anderen Fällen ist die Überempfindlichkeit gefäßbedingt, die Haut weist Rötungen auf und es können erweiterte Äderchen sichtbar werden (Couperose). Eine empfindliche Haut erkennt man oft an diffusen Rötungen, die von einer gestörten Mikrokzirkulation herrühren. Nach und nach können diese Rötungen ein Dauerzustand (Erythrose) mit oder ohne erweiterten Äderchen werden. In dem Fall spricht man von einer Rosazea, einer gefäßbedingten entzündlichen Hauterkrankung, die die Gesichtshaut befällt und sehr oft mit einer Überempfindlichkeit / Hyperreaktivität der Haut verbunden ist.

Die drei Empfindlichkeitsstufen sind:

  • Als sehr empfindlich eingestufte Haut: Betrifft etwa 10% der Frauen und 6% der Männer und hat mehrfaktorielle Ursachen. Sehr empfindliche Haut reagiert auf alle Formen von äußeren schädlichen Einflüssen (ob umweltbedingt oder örtlich wirkend). Sie wird auch durch interne Störungen sehr belastet: Stress, Müdigkeit, unausgewogener Hormonhaushalt… Es handelt sich dabei um eine Haut, die in „Krisensituationen“ sogar absolut intolerant sein kann.
  • Gegen Kosmetikprodukte empfindliche Haut: Betrifft ungefähr 25% der Frauen. Die Hautempfindlichkeit wird durch das Auftragen eines Kosmetikprodukts mit einem Inhaltsstoff ausgelöst, den die Haut schlecht verträgt. Achtung, es handelt sich dabei keinesfalls um eine allergische Reaktion.
  • Umweltempfindliche Haut: Kälte, Wärme, Wind, Luftverschmutzung, Sonne, Wasser und Tabak sind alles Faktoren, die die Empfindlichkeit der Haut noch verstärken. 15 bis 20% der Frauen sind von diesem Phänomen betroffen.


Auch wenn alle Menschen unter Hautempfindlichkeit leiden können, gibt es Fälle mit erhöhten Risikofaktoren. Eine helle, durchscheinende und dünne Haut, die zur Trockenheit neigt und sehr stark auf Sonne reagiert, ist mit Wahrscheinlichkeit auch sehr empfindlich. 

Allergische Haut

Die Hautallergie, auch „Hypersensibilität vom verzögerten Typ“ oder „Kontaktdermatitis“ genannt, ist eine Abwehrreaktion der Haut gegen eine unverträgliche und für den Organismus fremde Substanz (Allergen oder Antigen). Jedes Mal, wenn die Haut mit dieser Substanz in Berührung kommt, reagiert sie darauf und es kommt zu Hauterscheinungen (Ekzem, Ausschlag...).

Eine Hautallergie spielt sich in zwei verschiedenen Phasen ab:

  • Sensibilisierungsphase gegen eine Substanz
    Die Haut ist regelmäßig mit dem zukünftigen Allergen in Berührung. Nach und nach wird die Haut dagegen empfindlich, ohne dass es zu irgendeiner Hauterscheinung kommt.
     
  • Ausbruch der Allergie 
    Die Haut verträgt die sensibilisierende Substanz überhaupt nicht mehr. Bei jeder Berührung mit dem Allergen wird durch die Immunzellen eine Entzündungsreaktion hervorgerufen, die zum Auftreten von mehr oder weniger ausgebreitetem und ausgeprägtem Kontaktekzem führt.


Um mehr über die Reaktion unseres Organismus zu erfahren

Beim ersten Kontakt durchdringt das Allergen die Hautbarriere und haftet sich an den Langerhans-Zellen (zum Immunsystem gehörende Epidermiszellen) fest. Diese Zellen transportieren das Allergen zu den nächstgelegenen Lymphknoten, um die T-Lymphozyten zu aktivieren, die daraufhin die Identität des Allergens abspeichern. Ist die Haut erst einmal sensibilisiert, löst jeder Kontakt zwischen dem Allergen und der Haut Hautläsionen aus.

Hautallergie äußert sich im Allgemeinen durch eine Art Ekzem.

  • Nesselausschlag ist eine weit verbreitete Hautentzündung. Etwa 25% der Bevölkerung seien nämlich mindestens einmal in ihrem Leben davon betroffen. Bei Nesselausschlag entstehen flächenartige Rötungen (Erythma) und Schwellungen (Ödeme) mit mehr oder weniger intensivem Juckreiz. Er kann akut (ein paar Stunden) oder chronisch (mehrere Monate) sein. In letzterem Fall wird selten eine Allergie als Ursache in Betracht gezogen.
  • Ein  Ekzem, auch atopisches Ekzem oder Neurodermitis genannt, ist eine nicht ansteckende Hauterkrankung, die Anlass für etwa 30% der Besuche bei Dermatologen ist. Diese Hautkrankheit verursacht Rötungen, Reizungen, mit kleinen Pickeln übersäte Flächen, Schuppen und Juckreiz. 
     

 c. Babyhaut

Wenn die Haut des Säuglings bei der Geburt auch noch mit einem schützenden weißlichen Bezug, dem Vernix Caseosa, bedeckt ist, so verschwindet dieser sehr schnell und hinterlässt eine zarte Haut, deren Eigenschaften sich von denen der Erwachsenenhaut unterscheiden.

Eine hohe Durchlässigkeit der Epidermis

Babyhaut ist physikalischen, chemischen und mikrobiellen Einflüssen gegenüber empfindlicher. Die Hornhaut ist dünner als bei Erwachsenen, daher eine eingeschränkte Barrierefunktion und eine schwächere Widerstandskraft gegen das Eindringen von Substanzen, die mit der Haut in Berührung kommen, ob es sich dabei um Hygieneprodukte, hautreizende Produkte, mögliche Allergene oder ansteckende Substanzen handelt. 

Das Verhältnis zwischen Hautfläche und Gewicht ist bei einem Baby sehr hoch, und man muss bei der Benutzung von Produkten zum lokalen Auftragen sehr vorsichtig sein, da sie einen hohen Prozentsatz der Hautfläche bedecken. Bei bestimmten Produkten kann die Aufnahme durch die Haut nämlich sehr hoch sein und durch Eindringen in die Blutbahn zu einer Überdosierung führen. Daher sind manche Produkte, die Urea oder Salicylsäure enthalten, für Kinder unter 3 Jahren nicht geeignet. 

Es ist also größte Vorsicht geboten: Man sollte zu aggressive Reinigungsmittel vermeiden, sich für milde Tenside entscheiden, Alternativen zu den klassischen Konservierungsstoffen finden, ätherische Öle (die lichtsensibilisierende Substanzen enthalten oder krampffördernd wirken können) und Alkohol meiden.

Unreife Hautfunktionen

Die Talgdrüsen sondern vor der Geburt und in den ersten Wochen Talg ab (was zu Neugeborenenakne führen kann). Anschließend jedoch bleibt die Sekretion bis zum 7. oder 8. Lebensjahr reduziert, wodurch es zu einem Mangel an Hautfetten kommt. Die trockenere und zu Feuchtigkeitsarmut neigende Babyhaut ist, besonders in den Hautfalten, für Reizungen prädisponiert.

Die Schweißfunktion ist erst mit 2 oder 3 Jahren ausgereift. 

Zu guter Letzt muss auf den empfindlichen Hydrolipidfilm Rücksicht genommen werden. Bei atopischer Haut ist die Durchlässigkeit, vor allem von Allergenen, höher.

Bei Babys sind Melanozyten zwar vorhanden, aber weniger aktiv. Da die Melaninbildungsmechanismen noch nicht ausgereift sind, sind Kinder besonders empfindlich gegen Aggressionen von UV-Strahlen, und zwar mit sofortigen (Sonnenbrand, Erythema) und langfristigen Auswirkungen, wie möglichem Hautkrebs. Sonnenbrände vor 15 Jahren sind ein anerkannter Risikofaktor für das Auftreten von Melanomen.

Geeignete Produkte für eine perfekte Unschädlichkeit

Die toxikologischen Untersuchungen von Babyprodukten sind sehr streng, und es wird ganz besonders auf ihre Verträglichkeit geachtet.

Beim Waschen und Baden müssen alkalische entfettende Seifen unbedingt vermieden werden. Bevorzugen sollte man stattdessen lieber Syndete (seifenfrei), rückfettende Seifen, die auf der Haut einen Fettfilm hinterlassen, Reinigungsmilch und -wasser mit physiologischem pH-Wert und feuchtigkeitsspendenden Inhaltsstoffen sowie pH-neutrale Shampoos, die nicht in den Augen brennen.

Die Feuchtigkeitscreme oder -milch ist nach dem Baden aufzutragen, um den Hydrolipidfilm von ausgetrockneter oder atopischer Haut wiederherzustellen und die Haut weich und geschmeidig zu machen. Durch diese erweichenden Produkte wird die Hornschicht regeneriert und die Durchlässigkeit der Haut gesenkt.

Für die Pflege des Babypopos und bei Windeldermatitis sind ganz besondere Produkte vonnöten.

 d. Männerhaut

Männer, vor allem zwischen 25 und 45 Jahren, sind eine neue Zielgruppe für die Kosmetik. Sie erwarten leistungsfähige Produkte mit sofortiger und sichtbarer Wirkung, die genau ihrer Haut angepasst sind. 

Männer nehmen immer mehr Rücksicht auf ihr Aussehen und sind in den Genuss gekommen, sich zu pflegen. Wobei bemerkt werden muss, dass ihre Haut sich von weiblicher Haut unterscheidet, also besondere Bedürfnisse hat.

Ein reichhaltigerer Hydrolipidfilm

Männliche Haut weist im Gegensatz zu weiblicher Haut strukturelle, physiologische und funktionale Unterschiede auf. Sie enthält nämlich 10 Mal mehr Testosteron (das durch 5 Alpha Reductase in seinen aktiven Metabolit Dihydrotestosteron umgewandelt wird), daher auch mehr Talgdrüsen und folglich eine höhere Talgproduktion. Männer haben im Allgemeinen Misch- oder fettige Haut.

Männerhaut ist dicker und besser mit Feuchtigkeit versorgt. Sie ist außerdem auch dunkler, da sie einen höheren Pigment- und Karotingehalt sowie eine höhere Gefäßdichte besitzt, aber auch weil Männer sich leichter ungeschützt der Sonne aussetzen.

Spätere Hautalterung

Durch eine Menge Fette an der Oberfläche, eine bessere Feuchtigkeitsversorgung, eine bessere Festigkeit - dank eines höheren Kollagengehalts als bei weiblicher Haut - und eine langfristigere Hormonausschüttung altert Männerhaut erst später. Einzige Wermutstropfen sind die äußerliche Alterung und ein weniger vorbeugendes Verhalten als bei Frauen: Sonnenexposition, Tabak, Alkohol, andere Ernährungsgewohnheiten. Wenn die Alterung auch erst später eintritt, ist sie dafür jedoch oft ausgeprägter: tiefere Falten, sichtbare Blutgefäße, deutlichere Flecken und aktinische Keratosen.

Rasieren: das Männerproblem

Das Rasieren ist eine tägliche Aggression gegen die Haut, deren einzigen Vorteil die Zellerneuerung darstellt. Dabei werden nämlich der natürliche Lipidfilm zerstört und der Haut Mikrowunden zugefügt, wodurch es zu Reizungen, Kribbeln, Ziehen und Rötungen kommt, die bei Verwendung von alkoholhaltigen Lotionen noch verstärkter auftreten. 

Das Rasieren kann eine Entzündung des Haarfollikels hervorrufen und manchmal, vor allem bei üppigem, dichtem Bartwuchs, zu eingewachsenen Härchen führen.

Die Lösung: Produkte, die den physiologischen pH-Wert der Haut bewahren, den Hydrolipidfilm wieder aufbauen und einer Entzündung der Haarfollikel vorbeugen.

Ganz bestimmte Ansprüche

Männer möchten Kosmetikprodukte, deren Verwendung sie wenig Zeit kostet, und entscheiden sich eher für diejenigen, die mehrere Zwecke auf einmal erfüllen. Sie benutzen lieber Tuben und Pumpflakons als Cremedosen. Kosmetika mit Glanzeffekt oder Produkte, die ein Fettgefühl hinterlassen, reizen Männer nicht, dafür aber leichte und frische, entweder flüssige oder gelartige Texturen. Außer an weichem, festem Rasierschaum zum Schutz der Haut und für ein leichteres Gleiten der Klinge sind Männer an Anti-Aging-Produkten, Produkten gegen Müdigkeit, vor allem für den Augenkonturbereich, und an adstringierenden Produkten interessiert, die Talgabsonderungen und den Porendurchmesser reduzieren.

3. Hautalterung

FREIE RADIKALE: DIE FEINDE UNSERER HAUT

Freie Radikale verursachen bei den Hautzellen viele Schäden, die durch klinische, für die Hautalterung typische Veränderungen zum Ausdruck kommen. Wie werden sie gebildet? Wie wirken sie? Wie können wir sie bekämpfen, um unsere Haut zu schützen?

Freie Radikale, Moleküle mit nur noch einem Elektron und somit instabil und hochreaktiv, greifen die biologischen Moleküle an.

Sie entstehen ganz spontan durch die Einwirkung von Sauerstoff und UV-Strahlen. Die wichtigsten - oder reaktiven Sauerstoffspezies (ROS) - sind:

  • Hyperoxid-Anion, O2.-:  entsteht aus dem Sauerstoff, den wir aufnehmen, um die Nahrungsmittel zu verbrennen, und wird von den weißen Blutkörperchen zur Zerstörung von Bakterien und Viren verwendet
  • Hydroxyl-Radikal, OH.-: stammt aus den körpereigenen Wassermolekülen
  • Wasserstoffperoxid H2O2: ergibt in Verbindung mit Eisen das Hydroxyl-Radikal
  • Singulett-Sauerstoff, O2.: durch die UV-Strahlen gebildetes angeregtes Sauerstoffmolekül

In unserem Organismus werden durch biochemische physiologische Reaktionen, vor allem durch das Mitochondrium, die „Energiezentrale“ der Zelle, ständig ROS gebildet. Sie sind jedoch auch in großer Menge durch äußere Faktoren bedingt, wie hauptsächlich UV-Strahlen, Zigarettenrauch, Luftverschmutzung usw. Um die Bildung der in vivo hergestellten ROS (die in kleinen Mengen notwendig sind) zu kontrollieren, verfügt die Zelle über ein inneres Abwehr- und Reparationssystem: Zell-Antioxidantien, Enzyme, Apoptose (programmierter Zelltod),… Wenn sie jedoch in zu großer Menge hergestellt werden und von der „überforderten“ Zelle nicht vernichtet werden können, greifen sie die Zellmembran, die DNA und die Eiweiße an.

Bei einem Ungleichgewicht zwischen Oxidantien und Antioxidantien spricht man von oxidativem Stress.

Freie Radikale und molekulare und zelluläre Veränderungen

In der Haut werden die UVA-Strahlen von den Chromophoren aufgenommen, die, dadurch angeregt, die Energie liefern, die für die Bildung von ROS benötigt wird.

Die zum großen Teil aus Phospholipiden bestehende Zellmembran, die eine große Menge mehrfach ungesättigter Fettsäuren enthält, deren Doppelverbindungen ihre Fluidität garantieren, ist bei den ROS ein besonders beliebtes Opfer. Durch die Lipidperoxydation werden ihre Fluidität und ihre Kommunikationsfähigkeit mit den anderen Zellen verringert.

Sobald die Membran geschädigt ist, können die ROS den Zellkern, also die DNA, angreifen. Dort verursachen sie Mutationen oder DNA-Replikationsfehler und reduzieren ihre Reparaturfähigkeit - Veränderungen, die bis zu einem Hautkrebs führen können. 

In der Dermis wirken die ROS auf Elastin und Kollagen ein. Die Anzahl Kollagenfasern nimmt ab, die Fasern werden zerstückelt und durcheinander gebracht.

Die inneren Abwehrkräfte des Organismus gegen oxidativen Stress

Es handelt sich dabei um Substanzen, die in kleinen Mengen im Zellinneren vorhanden sind: 

  • Enzyme wie SOD (Superoxid-Dismutase ), Katalasen, Glutathion-Peroxidase
  • fettlösliche Antioxidantien: Vitamin E, Karotenoide, die den Abbau der in der Zellmembran enthaltenen Fette verhindern
  • wasserlösliche Antioxidantien: Vitamin C, Östrogene, Harnsäure usw.


Die Hautalterung hängt von dem Ungleichgewicht zwischen der ROS-Produktion, den Abwehrkräften des Organismus und den Zellsystemen, die für die Vernichtung oder Reparatur der geschädigten Zellbestandteile verantwortlich sind, ab.

Klinische Zeichen der Wirkung freier Radikale

Eine langfristige Wirkung von ROS hat Falten und Fältchen, Hauttrockenheit, eine dickere, weniger elastische (bis zur Sonnenelastose) und schlaffere Haut zur Folge. Sie kann auch zu einer Lichtsensibilisierung und zum Auftreten von kleinen Blutgefäßen führen oder einen fahlen Teint und alle schädlichen Folgen einer UV-Exposition mit sich ziehen: unregelmäßige Pigmentierung, aktinische Lentigos, Hautkeratose oder sogar -krebs.

Wie kann man sich gegen die ROS verteidigen

Die lokale Zufuhr von Stoffen mit antiradikaler Wirkung kombiniert mit einem Sonnenschutz kann auf sämtliche durch die ROS verursachten Schäden einwirken und so die Hautalterung verlangsamen.

4. Hautprobleme

 a. Flecken und hyperpigmentierte Stellen

Flecken und hyperpigmentierte Stellen sind Pigmentstörungen, die dort auftreten, wo die Haut am meisten der Sonne ausgesetzt ist: im Gesicht, auf den Händen, dem Dekolleté… Braune Flecken kommen dadurch zustande, dass durch Einwirkung von UV-Strahlen eine übermäßige Menge von Melanin (für die Hautfärbung verantwortliches Pigment) gebildet wird. 

Empfohlene reine Wirkstoffe: A71 Glabridin, A72 Arbutin

 b. Pickel und andere Unreinheiten

Ein offener Komedon, gebräuchlicherweise schwarzer Mitesser genannt, ist eine Hauterscheinung, die hauptsächlich bei Misch- bis fettiger Haut auftritt. Er wird durch eine Verstopfung des Talgkanals (oder Talgdrüsenfollikels) durch die Hornschicht verursacht. Der Talgkanal verläuft von der Dermis über die Epidermis bis zur Hautoberfläche (Pore). Er umgibt das Härchen und ist mit der Talgdrüse verbunden, die den Talg absondert.  

Wenn dieser Kanal verstopft, füllt sich der Durchgang mit Talg und es bildet sich ein schwarzer Mitesser. Die Farbe des Mitessers kommt von der Oxidation der im Talg enthaltenen Fette, sobald diese mit der Luft in Berührung kommen. Mitesser treten sehr oft auf Nase und Kinn auf. Manchmal ist der Mitesser sozusagen geschlossen; dies bedeutet, dass der Talg nicht mit der Luft in Berührung ist, also weiß bleibt. In diesem Fall ist kein schwarzer Punkt sondern eine Mikrozyste zu sehen, eine kleine durchscheinende beige-weiße Kugel.

Das Auftreten von Mitessern kann jedoch durch geeignete Produkte reduziert werden.

Empfohlener reiner Wirkstoff: A21 Salicylsäure 70

Ein Pickel ist das Ergebnis eines Komedons (schwarzen Mitessers), der sich durch die Bakterien, die natürlicherweise an der Hautoberfläche und im Talgdrüsenfollikel vorhanden sind (Propionibacterium acnes), entzündet hat. Diese Infektion löst eine Entzündungsreaktion aus, die zu roten Pickeln, Pusteln und anderen Eiterbläschen führt. Ist der Pickel erst einmal da, darf er keinesfalls ausgedrückt werden, da er davon auch nicht schneller wieder verschwindet. Im Gegenteil, die Entzündung könnte sich dann noch mehr ausbreiten.

Pickel treten hauptsächlich an den Stellen auf, wo die Talgabsonderung am höchsten ist, das heißt in der T-Zone des Gesichts (Stirn, Nase, Kinn), auf dem Rücken oder dem Dekolleté.

Das Auftreten von Pickeln kann jedoch durch geeignete Produkte reduziert werden.

Empfohlener reiner Wirkstoff: A22 Salicylsäure 300

 c. Fahler Teint

Eine glanzlose Haut kann dem für eine fettige großporige Haut typischem fahlen Teint entsprechen oder Folge einer Hautalterung durch nachstehende Ursachen sein:

  • Verdickung der Hornschicht durch eine Anhäufung toter Zellen, die die Transparenz der Epidermis reduziert
  • Verdünnung der Epidermis
  • Verlangsamung der Aktivität und der Erneuerung der Keratinozyten
  • höhere und unregelmäßige Melanozytendichte

Ein fahler Teint kann auch eine Folge äußerer schädlicher Einflüsse wie Zigarettenrauch, Luftverschmutzung oder Stress sein (Beziehung zwischen der Haut und ihrer Umwelt).

Empfohlener reiner Wirkstoff: A60 Zitronensäure / AHA

 d. Augenringe und Augentaschen

Die Augenkonturen sind der empfindlichste Bereich des Gesichts, wo die Haut 5 Mal dünner ist. Dieser Bereich ist besonders zart und anfällig.

Bei Müdigkeit werden Augenringe sichtbar, die hauptsächlich mit einer Pigmentstörung der Haut und geschwächten Kapillaren zusammenhängen. Eine Reduzierung der Mikroblutzirkulation äußert sich nämlich durch dunklere, ausgeprägtere und sichtbarere Blutkapillare. Da die Elastizität und Wasserdichtigkeit der Gefäßwände immer mehr abnehmen, dringt Blut aus den Kapillaren in die Gewebsflüssigkeit ein. Dann staut sich das Hämoglobin im infraorbitalen Teil an und wird durch Oxidation zu Biliverdin, Bilirubin oder Eisen abgebaut, die für die charakteristische Färbung der Augenringe verantwortlich sind.

Augentaschen hingegen werden durch Störungen des Feuchtigkeitsflusses verursacht. Mit dem Alter werden durch die 15 000 täglichen Lidschläge die elastischen Fasern der Augenkonturen geschwächt und die Haut erschlafft. Auch die Blut- und Lymphgefäße, die die Zellen dieses Bereichs nähren, funktionieren in Zeitlupe. Es entsteht ein schlechter Austausch zwischen den Zellen. Dadurch kommt es zu einer Wasserretention, die Augenlider schwellen an und bilden Augentaschen (auch Tränensäcke genannt).

Empfohlene reine Wirkstoffe: A08 Apigenin, A09 Ruscogenin

 e. CelluliteAdipozyt

Cellulite, auch Orangenhaut genannt, zeichnet sich durch eine Vermehrung und Veränderung der Struktur des Fettgewebes (Fettreserve) in der Subkutis (tiefste Hautschicht) aus.

Das Fettgewebe besteht aus Fettzellen, den sogenannten Adipozyten. Diese besonderen Zellen fungieren als wahrhaftige Energiereserven und besitzen die Fähigkeit, die durch die Nahrung in Form von Triglyceriden zugeführten Fette zu speichern. Je mehr sich die Adipozyten mit Fett füllen, desto mehr schwellen sie an und engen dabei die Blut- und Lymphgefäße ein. Die Entwässerung und Entgiftung werden schwierig und es können kleine Fettpolster auftreten. Die Oberfläche der Haut verändert sich und wird unregelmäßig, daher die Bezeichnung „Orangenhaut“.

Man unterscheidet 3 Arten von Cellulite:

  • Adipöse Cellulite rührt von mangelnder körperlicher Bewegung kombiniert mit einer übermäßigen Fettzufuhr durch die Nahrung her. Sie ist oft mit Übergewicht verbunden und beim Anfassen nicht schmerzhaft.
  • Ödematöse Cellulite wird durch Durchblutungsstörungen (Wasserretention, Venenschwäche…) verursacht.
  • Fibrose Cellulite liegt tief und ist in der Regel schmerzhaft. Sie wird durch eine Verhärtung der Kollagenfasern hervorgerufen.


Männer und Frauen sind der Cellulite gegenüber keineswegs ebenbürtig. Studien haben aufgezeigt, dass von zehn Frauen etwa neun irgendwann einmal in ihrem Leben von diesem Problem betroffen sind. Bei den Männern ist es nur jeder Fünfzigste. Eine keineswegs erstaunliche Feststellung, da Frauen veranlagungsmäßig für eine eventuelle Schwangerschaft Energie in Form von Fetten speichern (durchschnittlich 22% Fettmasse bei Frauen im Gegensatz zu 12% bei Männern).

Bei Frauen sind die am meisten von Cellulite betroffenen Körperteile Hüften, Schenkel, Po und Bauch. Bei Männern tritt Cellulite generell am Bauch und an den Armen auf.

Cellulite kann mehrere Ursachen haben:

  • genetisch bedingt: Manche Personen sind mehr dafür veranlagt als andere.
  • ernährungsbedingt: sehr fett- und/oder salzhaltige Ernährung...
  • kreislaufbedingt: Venenschwäche, Krampfadern und Ödeme fördern die Wasserretention und somit auch Cellulite.
  • ungesunde Lebenshygiene: mangelnde körperliche Bewegung, Tabakkonsum, Stress…
  • hormonbedingt: Einnahme von Verhütungsmitteln, Menopause…
  • arzneibedingt: Auch die Einnahme von Kortikoiden und/oder Antihistaminen kann das orangenhautähnliche Aussehen der Haut beeinflussen.

Massagen (wovon die bekannteste wahrscheinlich die Saug-Druck-Massage ist) sind als die besten Helfer im Kampf gegen Cellulite anerkannt. Mit einem wirkungsvollen Wirkstoff wie Koffein kombiniert, fördert die Massage den Fettabbau und regt gleichzeitig die Durchblutung an.

Empfohlener reiner Wirkstoff: A90 Koffein

5. Hautkrankheiten

 a. Atopie und Neurodermitis

Atopie ist die genetische Veranlagung, Allergien zu entwickeln. Bei Atopikern ist die Bereitschaft zu Entzündungsreaktionen auf zahlreiche Bestandteile ihres Umfelds, was die Haut, den Verdauungstrakt und die Atmung betrifft, besonders hoch. Diese Allergien können sich durch Asthma, Heuschnupfen, allergisch bedingte Bindehautentzündungen oder Neurodermitis, auch atopische Dermatitis oder atopisches Ekzem genannt, äußern. Man spricht dabei von einer atopischen Veranlagung. Die verschiedenen Erscheinungen stehen entweder miteinander im Zusammenhang oder treten einzeln auf. Oft ist Neurodermitis die erste Krankheit, die auf eine solche Veranlagung schließen lässt. Die Erscheinungen verschwinden in den meisten Fällen ganz von selbst während der Kindheit, können jedoch im Jugend- oder Erwachsenenalter in anderer Form wiederkehren.

In Europa sind etwa 10 bis 20% der Kinder unter 10 Jahren von Neurodermitis betroffen mit einem Häufigkeitshöhepunkt zwischen 3 und 5 Jahren. Atopische Haut ist trocken, rau und fahl mit roten rissigen Stellen, und zwar Ekzemflächen. Diese Hauttrockenheit kommt von einer Anomalie der Hornschicht, die unter Fettmangel leidet und so ihre Barrierefunktion nicht mehr richtig ausüben kann, sondern eine zu große Menge von bestimmten äußeren Substanzen (Staub, Staubmilben, Pollen, bestimmte Kosmetikprodukte…) eindringen lässt. Neurodermitisschübe müssen ungefähr eine Woche lang durch Auftragen von Dermokortikoiden in ausreichender Menge behandelt werden. Zwischen den Krankheitsschüben müssen mindestens ein Mal täglich erweichende Cremes (Feuchtigkeits- und nährende Cremes mit hohem Fettgehalt) aufgetragen werden. Die hygienische Pflege muss mit milden seifenfreien Produkten erfolgen, um die Haut nicht zu sehr auszutrocknen. Ein Bad sollte nur in lauwarmem Wasser genommen werden und nicht länger als 5 bis 10 Minuten dauern.

 

 b. Ekzem

Außer Neurodermitis gibt es noch andere Arten von Ekzemen: Kontaktekzem, nummuläres Ekzem…

Typische Ekzemläsionen sind rote Flächen mit unscharfen Umrissen, die oft nicht richtig begrenzt sind. Im akuten Stadium können Vesikel (kleine Wasserbläschen) sichtbar werden, doch sie trocknen recht schnell aus und werden dann zu kleinen trockenen Krusten. Im chronischen Stadium können die Ekzemläsionen auch nur als Stellen sichtbar sein, wo die Haut verdickt, fahl, grau und rau erscheint. Man spricht in diesem Fall von lichenifizierten Läsionen. Die Ekzemflächen lösen einen Juckreiz aus.

Bei einem akuten Ekzemschub bei einem Patienten ohne Vorgeschichte muss ein Kontaktekzem in Betracht gezogen werden und durch Befragung das möglicherweise dafür verantwortliche Produkt (Waschmittel, Haartönung, Kosmetikprodukt, nickelhaltiger Gegenstand…) herausgefunden werden. Kontaktekzeme werden durch Vermeiden des Allergens und Auftragen von Dermokortikoiden behandelt.

 

c. Akne

Akne ist eine häufige Dermatose (Hauterkrankung), die sich durch die Erscheinung von verschiedenen Arten von Pickeln auszeichnet. Sie tritt meistens während der Pubertät auf, wenn der Hormonhaushalt unausgewogen ist. Akne entwickelt sich in den Bereichen, wo viele Talgdrüsen vorhanden sind: auf dem Gesicht, dem Dekolleté oder aber auch dem Rücken.

Wenn vor allem Komedone (schwarze Mitesser und Mikrozysten) vorhanden sind spricht man von einer hauptsächlich retentionellen Akne.

Es kann aber auch zu überwiegend entzündlichen Läsionen kommen: Knoten und Papulopusteln. Das sind die klassischen „dicken Aknepickel“. In dem Fall wird die Erkrankung als papulopustulöse oder entzündliche Akne bezeichnet.

Beide Arten von Läsionen können natürlich auch gemeinsam auftreten, was sogar recht häufig ist; man spricht dann von einer gemischten Akne. 

Als Ursache für Pickel oder andere Komedone gibt es drei ausschlaggebende Faktoren:

  • Übermäßige Talgabsonderung im Talgdrüsenfollikel. Diese erhöhte Talgproduktion hängt bei Männern und Frauen von den männlichen Hormonen ab.

  • Verschluss des Talgdrüsenfollikels durch die Hornschicht, wodurch sich retentionelle Läsionen bilden: offene Komedone (schwarze Mitesser) und geschlossene Komedone (Mikrozysten).
  • Entwicklung von Bakterien (Propionibacterium acnes) im Talgdrüsenfollikel, wodurch entzündliche Läsionen verursacht werden: Papeln (rote Pickel), Pusteln (weiße Pickel) und Knoten.

 

d. Schuppenflechte

Schuppenflechte (auch Psoriasis) ist eine chronische, entzündliche, nicht ansteckende Hautkrankheit, von der über 3 Millionen Menschen in Frankreich betroffen sind. Die Ursachen für Schuppenflechte sind noch nicht ganz aufgeklärt, es wurde jedoch bewiesen, dass es sich unter anderem um eine genetische Veranlagung handelt. 30 bis 40% der an Schuppenflechte erkrankten Personen haben einen Psoriatiker in der Familie (auch entfernte Verwandtschaft). Manche Faktoren (Alkohol, Stress, gewisse Medikamente…) begünstigen ein Auftreten von Schuppenflechte oder die Schübe, falls die Krankheit bereits ausgebrochen ist. Hauptmechanismus für die Bildung von Psoriasisherden ist eine zu schnelle Erneuerung der Epidermis, die in einer Woche anstatt in dreien (wie im Normalfall) abläuft. Die Keratinozyten häufen sich an und führen zu einer Verdickung der Epidermis und einer Schuppenbildung. Auch eine Entzündung ist vorhanden, was die rote Farbe der betroffenen Hautflächen erklärt. Schuppenflechte äußert sich durch rote Flächen mit klaren Umrissen, die mehr oder weniger hervorstehen und von haftenden, weißlichen, mehr oder weniger dicken Schuppen bedeckt sind. Die Läsionen entstehen vorzugsweise auf der Kopfhaut, an den Ellebogen, Knien, im Lendenbereich und am Bauchnabel. Es können davon auch die Schleimhäute, vor allem im Genitalbereich, und die Nägel betroffen sein. Bei der Hälfte der Fälle lösen die Psoriasisherde Juckreize aus. Schuppenflechte kann auch die Gelenke befallen, was man als Psoriasisarthritis bezeichnet. Je nachdem wie weit sich die Läsionen ausgebreitet haben und ob sie mit einem Gelenkbefall verbunden sind, kann die Behandlung von Schuppenflechte durch lokale Medikamente (Dermokortikoide, Vitamin D-Derivate), eine Lichttherapie (UV-Kabine) oder eine systemischen Behandlung (Tabletten oder Spritzen) erfolgen.

 

 e. Nesselausschlag

Der Nesselausschlag ist eine weit verbreitete Hautentzündung. Angeblich sind nämlich etwa 25% der Gesamtbevölkerung mindestens ein Mal in ihrem Leben davon betroffen. Nesselausschlag äußert sich durch flächenartige Rötungen (Erythma) und Schwellungen (Ödeme) mit mehr oder weniger intensivem Juckreiz. Er kann akut oder chronisch (mehrere Monate) sein. Bei chronischem Nesselausschlag wird selten eine allergische Ursache gefunden. Außer Brennesselstichen und ein paar seltenen Fällen gibt es keinen durch Kontakt ausgelösten Nesselausschlag. Es ist also unnütz einen lokalen Faktor (Auftragen einer Creme oder anderes) zu suchen, der die Symptome ausgelöst hätte. Es handelt sich dabei nämlich um eine sofortige Überempfindlichkeit, die in den Minuten oder Stunden nach dem Eindringen des Allergens über den Verdauungsweg (Nahrungsmittel, Medikamente), Atemweg oder intravenösen Weg (Medikamente, jodhaltige Kontrastmittel…) in den Organismus auftritt. In Gegenwart des Allergens setzen bestimmte in der Haut vorhandene Zellen, nämlich die Mastozyten, Histamin und andere Entzündungsmediatoren frei. Diese Mediatoren machen die Gefäße der Dermis porös, worauf die in den Kapillaren enthaltene Flüssigkeit nach der Dermis hin austritt. Dadurch entsteht ein dermisches Ödem, das für die roten und juckenden Flächen verantwortlich ist. Normalerweise verschwinden Anomalien nach ein paar Stunden und die Haut wird wieder vollkommen normal. Da die Epidermis bei Nesselausschlag voll und ganz normal bleibt, ist bei dieser Erkrankung kein bestimmtes kosmetisches Pflegeprodukt zu empfehlen. Die Behandlung erfolgt durch Antihistamine.

 

   f. Rosazea

Rosazea ist eine chronische Dermatose (Hauterkrankung), die vorwiegend im Gesicht auftritt. Sie ist harmlos, nicht ansteckend, kann jedoch äußerlich auffallend sein und eine psychosoziale Unbehaglichkeit auslösen. Sie entwickelt sich mit der Zeit in mehreren Schüben. Der Krankheitsbeginn erfolgt im Allgemeinen zwischen 25 und 30 Jahren, öfter bei Frauen als bei Männern. Es können verschiedene Hauterscheinungen beobachtet werden, die nicht unbedingt einem bestimmten chronologischen Schema entsprechen. Es können sogenannte Flushes auftreten, und zwar vorübergehende Hitzewallungen mit Hautrötungen im Gesicht, die nach einem großen Temperaturunterschied vom Kalten ins Warme, in einem überheizten Raum, nach Alkoholgenuss oder einem stark gewürzten Gericht erscheinen. Die Rötungen können anschließend, vor allem auf Wangen, Kinn und Stirn (erythematöse Form) und mit oder ohne sichtbaren erweiterten Gefäßen (teleangiektatische Form oder Couperose) zu einem dauerhaften Zustand werden. Manchmal, besonders während der Krankheitsschübe, sind kleine rote Pickel mit weißem Kopf zu sehen (papulopustulöse Form). Rosazea neigt zu einer Verschlimmerung, wenn sie nicht behandelt wird. Sie braucht eine sehr spezifische Behandlung, die von einem Dermatologen übernommen werden muss und durch Cremes oder Tabletten erfolgt. Von der medikamentösen Behandlung abgesehen müssen geeignete kosmetische Pflegeprodukte benutzt werden, da eine Haut, die an Rosazea leidet, sehr empfindlich und reaktiv ist. Die Haut darf nicht gerieben oder mit heißem Wasser unter der Dusche gewaschen werden. Es müssen milde, alkohol- und seifenfreie Reinigungsmittel ohne Nachspülen sowie eine geeignete Feuchtigkeitscreme verwendet werden. Faktoren, die die Krankheit begünstigen, sollten so weit wie möglich vermieden werden: Alkoholkonsum, Peperonigenuss, Wärme- und Sonnenexposition, Benutzung von hautreizenden Kosmetikprodukten… Achtung, kortisonhaltige Cremes sind untersagt, da sie, auch wenn sie die Symptome von Rosazea anfangs mildern, die Krankheit in Wirklichkeit nur noch verschlimmern.

 

6. Haut und Umwelt

 a. Haut und Luftverschmutzung

Die Luftverschmutzung oder Verschmutzung der Atmosphäre hat eine direkte Auswirkung auf die Gesundheit und insbesondere auf die Lungen. Auch für die Haut ist sie sehr schädlich und soll angeblich zu einer Alterung und Feuchtigkeitsarmut der Haut, zur Entwicklung von Akne, einem Abbau des Zellmaterials usw. führen.

Hiernach die verschiedenen Schadstoffe, die die Haut angreifen:

  • Ozon und Stickstoffoxide führen zu Entzündungen: Die Haut wird gereizt und reaktiv.
  • Kohlenmonoxid führt zu Gewebehypoxie (Sauerstoffmangel des Gewebes): Der Hautmetabolismus wird verlangsamt (fahler Teint, vorzeitige Alterung, Trockenheit...).
  • Schwefeldioxid löst Schäden im Hydrolipidfilm aus: Die Haut wird gereizt und empfindlich.
  • Schwebeteilchen können Reizungen und Allergien hervorrufen.

Es ergeben sich also vielfache Folgen für die Haut: Sie leidet an Feuchtigkeitsmangel, verschmutzt, wird gereizt und nimmt einen fahlen Teint an. Doch jede Haut ist einzigartig und wird je nach Aufnahmefähigkeit und den äußeren Bedingungen (Temperatur, Feuchtigkeitsgrad) nicht unbedingt auf dieselbe Weise auf die Aufnahme von verschmutzenden Substanzen reagieren.

Luftschadstoffe erzeugen in der Regel freie Radikale , die zum Teil an der Hautalterung schuld sind. Wissenschaftliche Studien haben außerdem die negativen Auswirkungen der Luftverschmutzung auf den Feuchtigkeitsgrad und eine übermäßige Abschuppung bewiesen. Die Haut verliert dadurch ihre Geschmeidigkeit und ihr strahlendes Aussehen.

Empfohlene biomimetische Pflegeprodukte: B37 Pflege für einen strahlenden Teint, B38 Ultra-feuchtigkeitsspendende Pflege oder B39 Regenerierende hautverdichtende Pflege (wenn bereits Falten vorhanden sind).

 b. Haut und Sonne

Die Sonne ist für unseren Organismus und die Gesundheit unserer Haut ein unentbehrliches Element. Sie hat gesunde Wirkungen auf die Haut: Sie aktiviert die Synthese des Vitamins D (für die Knochendichte unentbehrlich), die Synthese von Melanin (für die Hautfärbung verantwortliches Pigment) und die Reduzierung bestimmter Dermatosen.

Bei langer Sonnenexposition, extremer Sonne oder sehr starker Sonneneinstrahlung jedoch, wird sie durch ihre ultravioletten Strahlen (UV-Strahlen), die in die Haut eindringen, für unseren Organismus gefährlich. Sie verursacht vor allem:

  • Sonnenbrände, Hautreizungen und Juckreiz
  • eine Hautalterung, die zu Pigmentstörungen und Faltenbildung führt
  • in manchen Extremfällen Melanome (Hautkrebs, der sich aus den Melanozyten entwickelt) oder Hautkarzinome

Die sonnenbedingten Schäden hängen ganz vom Hauttyp, der Dauer und dem Ort der Exposition ab. Die auf die Erdoberfläche treffenden Sonnenstrahlen bestehen aus zwei Sorten ultravioletter Strahlen, den UVA-Strahlen, die tief in die Haut eindringen und der Zellregenerierung sowie den Kollagenfasern schaden, und die UVB-Strahlen, die bis zur Basalmembran in die Epidermis eindringen und hauptsächlich für Sonnenbrände, Flecken und zum Schluss Melanome verantwortlich sind.

Im Inneren der Haut verursachen die UV-Strahlen eine Hautalterung, vor allem die UVA-Strahlen, die die Bildung von freien Radikalen bewirken und die Kollagen- und Elastinfasern schädigen. Sie verursachen außerdem Mutationen der DNA der Hautzellen, die sich daraufhin in Krebszellen verwandeln können: in ein Melanon, wenn es sich um eine Pigmentzelle handelt, oder ein Karzinom, wenn davon eine Epidermiszelle betroffen ist.

Die Hautalterung wird zum Teil durch die schädlichen Auswirkungen der freien Radikale verursacht, die durch die UV-Strahlen in der Haut erzeugt werden. Um die Haut vor vorzeitiger Alterung zu schützen wird empfohlen, sie auf eine Sonnenexposition vorzubereiten und sie dann während der ganzen Dauer der Sonneneinstrahlung zu schützen.

Empfohlene reine Wirkstoffe: A80 Ectoin, A83 Tyrosin

Empfohlene biomimetische Pflegeprodukte: B22 Leichte feuchtigkeitsspendende Emulsion SPF 10 oder B24 Schmelzende feuchtigkeitsspendende Creme SPF 10 (bei Sonnenexposition: ein Sonnenschutzmittel mit höherem Schutzfaktor auftragen: SPF 30 bis 50)

 c. Haut und kaltes Wetter

Bei kaltem Wetter spielt die Haut durch ihre Barrierefunktion und ihre Thermoregulation eine wesentliche Rolle. Durch die Kälte wird die Haut jedoch vielfach angegriffen, wodurch es zu Trockenheit und Rötungen kommt. Die Haut wird dadurch trockener, geschädigter und empfindlicher. Die Kälte wirkt sich auf zweierlei Art auf unsere Haut aus:

  • sie verlangsamt die Durchblutung innerhalb der Haut
  • sie schwächt ihren schützenden Hydrolipidfilm

Welche Folgen für unsere Haut?

Die Haut wird trocken und rau, rissig und gereizt. Sie verliert an Feuchtigkeit, hauptsächlich im Gesicht, an den Lippen und an den Gliedmaßen. Dieses Phänomen tritt verstärkt bei Ekzem- oder Schuppenflechte-Patienten sowie bei Frauen in der Menopause und Babys auf. Die Ursache der Hautaustrocknung besteht darin, dass die Kälte eine Anhäufung trockener Zellen begünstigt, indem sie den Abbau toter Zellen hemmt.

Bei sehr schlechter Durchblutung kann es manchmal zu Frostbeulen, Erfrierungen oder, noch schlimmer, zu Hautnekrosen (Absterben der Haut) kommen.

Um diese Trockenheit zu behandeln, muss die Haut mit Feuchtigkeit versorgt und genährt und an den geschädigsten Stellen mit reparierenden Produkten gepflegt werden.

Empfohlene reine Wirkstoffe: A30 Vitamin PP, A32 D-Panthenol, A33 Urea

Empfohlene biomimetische Pflegeprodukte: B25 Geschmeidige aufbauende Creme, B26 Ultra-reichhaltiger aufbauender BalsamB38 Ultra-feuchtigkeitsspendende Pflege, B43 Lippenpflege, B62 Reparierende Pflege Hand, B63 Reparierende Pflege Füße

7. Haut und Lebensweise

 a. Ich rauche

Tabak ist nicht nur für die Gesundheit schädlich, sondern auch für die Haut. Tabakkonsum verursacht:

  • eine vorzeitige Hautalterung: Gesichtszüge und Falten sind ausgeprägter
  • gelbliche Verfärbung der Finger
  • eine atrophische Haut mit gräulicher Färbung
  • eine dünnere und oft empfindlichere Haut

Der Tabak spielt auch bei der Entwicklung chronischer Dermatosen eine Rolle: Schuppenflechte, Ekzem, chronische Geschwüre… und verlangsamt die Wundheilung. Zu guter Letzt wirkt sich Tabak auch vernichtend auf Haare, Nägel (Pigmentierung), Mundschleimhaut (Läsionen) und Zähne (bräunliche Verfärbung des Zahnfleisches) aus.

Tabak und Alterung

Am stärksten ist die Dermis von den durch Tabak verursachten Veränderungen betroffen:

  • Schädigung der Elastin- und Kollagenfasern
  • Erhöhung des Anteils freier Radikale in der Haut, was zu einer Zerstörung der Zellstrukturen führt
  • Reduzierung der Sauerstoffzufuhr und der Vaskularisierung der Haut

Sichtbare Folgen: Es bilden sich Ausdrucksfalten, und um den Mund herum und auf den Wangen treten feine Fältchen auf. Die Haut wird dünner, der Teint fahler.

Wir empfehlen Ihnen natürlich, Ihren Tabakkonsum so weit wie möglich zu reduzieren, außerdem können Sie täglich folgende Produkte verwenden:

Empfohlener reiner Wirkstoff: A62 Ellagsäure

Empfohlene biomimetische Pflegeprodukte: B37 Pflege für einen strahlenden Teint, B38 Ultra-feuchtigkeitsspendende Pflege oder B39 Regenerierende hautverdichtende Pflege (wenn bereits Falten vorhanden sind)

 b. Ich bin auf Diät

Das Aussehen der Haut, ihre Textur und ihre Funktionstüchtigkeit stehen in engem Zusammenhang mit ihrem Nährzustand. Die Ernährung spielt nämlich für die Haut eine ausschlaggebende Rolle, da sie für deren notwendige Zufuhr an Oligoelementen, Fettsäuren, Vitaminen usw. sorgt. Eine schlechte Ernährung oder eine Ernährungsumstellung können den Teint verändern, die Haut austrocknen, ihre Alterung beschleunigen oder Cellulite und Akne begünstigen.

Die Aufnahme von Fettsäuren ist für die Haut unerlässlich, da dadurch folgende Elemente aufrechterhalten werden können:

  • die Kohäsion des Stratum Corneum
  • die Elastizität und Geschmeidigkeit der Haut für einen stets optimalen Feuchtigkeitsgrad

Manche Studien schließen darauf, dass die Ernährung im Kampf gegen die Hautalterung eine Schlüsselrolle spielt.

Bei Menschen, die sich viel von Obst und Gemüse und nur gemäßigt von rotem Fleisch und schnellen Zuckern ernähren, altere die Haut weniger. Außerdem sorge der Konsum von antioxidativen Nahrungsmitteln (in Obst enthaltene Polyphenole zum Beispiel) oder Nahrungsmitteln, die eine „sonnenfilternde“ Rolle spielen (wie die Karotenoide in Möhren, Melonen oder Aprikosen), für einen internen Lichtschutz und eine langsamere Lichtalterung der Zellen.

Zu guter Letzt sei eine schlechte Ernährung teilweise an der Bildung bestimmter Celluliteformen schuld. Cellulite ist eine Fettansammlung in den Fettzellen, die kombiniert mit Flüssigkeitseinlagerungen zu einer Verformung der Kollagenfasern führt.

Tipps für eine durch unausgewogene Ernährung strapazierte Haut:

Empfohlene reine Wirkstoffe: A90 Koffein, A30 Vitamin PPA01 Q10

Empfohlene biomimetische Pflegeprodukte: B37 Pflege für einen strahlenden Teint, B38 Ultra-feuchtigkeitsspendende Pflege

 c. Ich leide unter Stress/Müdigkeit

Die Haut und das zentrale Nervensystem stammen aus demselben Zellgewebe, dem Ektoderm, einer der drei primitiven Schichten, die den Embryo bilden. Es ist also nicht erstaunlich, dass die Haut in engem Zusammenhang mit dem Nervensystem steht. Angst, Stress, Ärger oder Müdigkeit wirken sich also auf die Haut aus.

Die Haut reagiert, wie der gesamte Organismus, intensiv auf Stress: Sie fällt Entzündungen (Ekzem, Rötungen…) zum Opfer und der Teint verändert sich. Die Hautzellen sind besonders stressempfindlich, da die meisten von ihnen Rezeptoren enthalten, die auf die sogenannten Stresshormone reagieren. Diese dann freigesetzten Hormone führen zu einer Gefäßverengung: Das Hautgewebe wird weniger gut versorgt, die Gesichtsfarbe verändert sich und wird blass. Anschließend machen sich andere Zeichen bemerkbar: Die Härchen stellen sich auf und die Schweißdrüsen beginnen Schweiß zu produzieren, vor allem auf der Stirn, den Handflächen und unter den Achseln.

Auch Müdigkeit wirkt sich auf das Aussehen der Haut aus: Es treten Augenringe und Rötungen auf, die Haut wird rauer und verliert ihr strahlendes, frisches Aussehen.

Tipps für gestresste und müde Haut:

Empfohlener reiner Wirkstoff: A63 Magnesium

Empfohlenes biomimetisches Pflegeprodukt: B37 Pflege für einen strahlenden Teint

 d. Ich nehme Medikamente

Manche Medikamente können Nebenwirkungen oder Allergien verursachen, die sich auf den Organismus auswirken. Dies ist der Fall der Antibabypille oder mancher Behandlungen gegen schwere Akne. Was die Haut angeht, kann sich dies äußern durch:

  • eine Überempfindlichkeit der Haut: Rötungen, Reizungen, Juckreiz oder Kribbelgefühl
  • Hauttrockenheit: Spannungsgefühl, Schuppen oder rote Pickelchen

In diesen Fällen muss die Haut durch geeignete Pflegeprodukte gut mit Feuchtigkeit versorgt, beruhigt und genährt werden:

Empfohlene reine Wirkstoffe: A30 Vitamin PP, A32 D-Panthenol, A33 Urea, A40 Hafer, A41 Bisabolol, A43 Enoxolon 280A46 Enoxolon 930

Empfohlene biomimetische Pflegeprodukte: B26 Ultra-reichhaltiger aufbauender Balsam, B53 Ultra-reichhaltiger aufbauender Balsam - Körper

 

Diese Auswirkungen auf den Organismus können sich auch durch eine Erhöhung der Talgproduktion äußern: Akne, Pickel oder schwarze Mitesser. In diesem Fall werden folgende Pflegeprodukte empfohlen:

Empfohlene reine Wirkstoffe: A20 ZinkgluconatA21 Salicylsäure 70, A22 Salicylsäure 300

Man weiß oft nicht richtig, wie die entsprechenden Mechanismen funktionieren, es ist jedoch wichtig den Unterschied zwischen Nebenwirkungen und Allergien zu erfassen. Nebenwirkungen treten recht häufig auf, sie hängen nicht vom Immunsystem ab, sondern stehen in direktem Zusammenhang mit dem Medikament. Manche sind beständig und mit dem Wirkungsmechanismus des Medikaments verbunden; andere treten nur bei gewissen Patienten auf. Medikamentenallergien sind viel seltener. Sie hängen von der Immunreaktion des Organismus und nicht von der Dosierung des Medikaments ab. Eine Nebenwirkung zu spüren bedeutet also nicht, dass wir gegen das Medikament allergisch sind.