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ARNICA
Hauptindikation: Haut mit gelegentlichen ödematösen Reaktionen,
blauen Flecken …
PURER AKTIVSTOFF A44
Zusammenfassung
 
  • INCI-Bezeichnung: ARNICA MONTANA FLOWER EXTRACT
  • Gesamtblütenextrakt von Arnica montana
 

Die Gattung Arnika gehört der Familie der Korbblütler an (wie die Kamille oder die Ringelblume) und zählt mehr als 30 Arten. Arnica montana ist eine ausdauernde Pflanze, die in Bergregionen in Europa und in Südrussland heimisch ist. Arnika wird in Europa seit Hunderten Jahren verwendet. Diese Pflanze ist so populär, dass sie die meistverkaufte Apothekenpflanze ist.

Aus dieser Pflanze wurden zahlreiche Substanzen isoliert. Zu den wichtigsten gehören:

• Sesquiterpenlactone vom Typ Pseudoguaianolide (verantwortlich für den bitteren Geschmack): Helenalin mit 0,2 bis 0,5 % und Dihydrohelenalin sowie die entsprechenden Ester
• Flavonoide mit 0,2 %, darunter Hispudulin, ein Derivat von Apigenin und Spinacetin

In der traditionellen Medizin wird Arnica montana in den europäischen Arzneibüchern zur Behandlung geringfügiger Trauma wie Blutergüssen beschrieben. Diese Pflanze wird traditionell in der Phytotherapie verwendet, um dazu beizutragen, Schmerzen zu lindern und/oder Muskel- und Gelenkentzündungen (Verstauchungen, Blutergüssen, Gelenkschmerzen) entgegenzuwirken [1, 2].

Mehrere galenische Formen werden in der Phytotherapie verwendet. Es handelt sich um Aufgüsse für Kompressen, Urtinkturen und Salben oder Ölmazerationen für die direkte äußere Anwendung. Diese Anwendungsarten sind sehr populär und haben dazu geführt, dass Arnika auch Fallkrautgenannt wird (siehe P. Lieutaghi).

Die Europäische Union betrachtet Arnica montana als eine Pflanzenart „von gemeinschaftlichem Interesse, deren Entnahme aus der Natur und Nutzung Gegenstand von Verwaltungsmaßnahmen sein kann“. Jede Entnahme kann reglementiert werden: die Entnahme frischer oder getrockneter Pflanzen, inklusive der Blätter, des Wurzelstocks, der Stängel, Samen und Früchte. Arnica montana ist eine auf Mähwiesen wachsende Pflanzenart, wie in Anhang V der Richtlinie 92/43/EWG des Rates zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume aufgeführt.

  • WIRKUNGSMECHANISMEN / WIRKSAMKEITSBEWEISE

Die ESCOP (European Scientific Cooperative On Phytotherapy) erkennt die Wirksamkeit von Arnika für die Behandlung von Blutergüssen, Verstauchungen, Entzündungen durch Insektenstiche, Zahnfleischentzündungen und aphtösen Magengeschwüren sowie Gelenkschmerzen (Rheuma) an [1]. Die deutsche Kommission E hat die äußere Anwendung von Arnika zur Behandlung von Blutergüssen, Ödemen, Ausrenkungen, Prellungen und Muskelbeschwerden anerkannt [3, 4].

Die topische Anwendung von Arnika wirkt Prellungen und Blutergüssen, Verstauchungen, Muskel- und Gelenkschmerzen entgegen [1, 3, 4, 5].

Arnika ist für seine beruhigenden und abschwellenden Eigenschaften bekannt. Sie erklären sich durch die Sesquiterpenlactone, die für die Entzündungsreaktion in mehrfacher Weise eine Rolle spielen. Helenalin scheint das aktivste zu sein.

Helenalin blockiert den Entzündungsprozess

Dieses Molekül soll ein leistungsstarker Inhibitor des NF-κB (Nuclear Factor 'kappa-light-chain-enhancer' of activated B-cells), eines wesentlichen Faktors des Entzündungsprozesses, sein [6, 7]. Er könnte durch eine Michael-Akylierungsreaktion auf das Cystein 38 der Einheit P65 des NF-κb einwirken und dadurch seine Aktivierung hemmen [6, 8]. Die Inhibierung des NF-κB durch die Sesquiterpenlactone geht einher mit einer Reduktion der Synthese von entzündungsfördernden Cytokinen, COX-2 und NO-Synthase, was letztlich zu einer deutlichen Verringerung der Entzündungsreaktion führt [1].

Die Sesquiterpenlactone bauen Blutergüsse ab

Eine Blutergüsse abbauende Reaktion in Verbindung mit der Aktivierung der Koagulation der Kapillargefäße durch Inhibierung der Plättchenaggregation von Collagen, der Bildung von Thromboxan [9].

Klinische Studien haben auch gezeigt, dass Arnika fähig ist, Schmerzen zu lindern und Venenschwäche zu behandeln

Muskelschmerzen: Eine Vorstudie mit Placebo, die mit 12 Versuchspersonen durchgeführt wurde, hat die Wirksamkeit von Arnika-Gel bei der Linderung von Muskelschmerzen gezeigt [1, 10].

Venenschwäche, Krampfadern: Die Resultate einer Doppeltblindstudie mit Placebo, die mit 89 unter Venenschwäche leidenden Versuchspersonen durchgeführt wurde, zeigen, dass Arnika-Gel den Venentonus verbessern, Ödeme verringern und das Gefühl von schweren Beinen lindern kann [11].

Lindern von postoperativen Schmerzen: Im Rahmen einer Doppeltblindstudie mit 37 Personen, die zur Behandlung des Karpaltunnelsyndroms einer endoskopischen Operation unterzogen worden waren, wurden diese entweder mit einer Kombination aus homöopathischem Arnika zum Einnehmen und Arnika-Gel in topischer Anwendung oder durch Verabreichung eines Placebo behandelt. Die mit Arnika behandelten Patienten berichteten von einer bedeutenden Verringerung des Schmerzes im Vergleich zur Placebo-Gruppe. Die Resultate eines ähnlichen Versuchs, der die Wirksamkeit eines Placebos mit der einer homöopathischen Behandlung ohne Gelanwendung verglich, konnten die Wirksamkeit der homöopathischen Formulierung nicht nachweisen. Diese Resultate weisen also darauf hin, dass die entzündungshemmende Wirkung von Arnika der phytotherapeutischen Formulierung und nicht den homöopathischen Globuli zugeschrieben werden kann [12, 13].

 

  • MEINUNG UNSERES EXPERTEN

Arnika ist ein wichtiger Wirkstoff der traditionellen Arzneibücher, und es ist ein Bestandteil vieler moderner Arzneimittel, sowohl in der Allopathie als auch in der Homöopathie. Seine Wirkung ist ein „Totum“ von mit mehreren Substanzen verknüpften Eigenschaften.
Es kristallisiert sich ein doppeltes Profil heraus: Stärkung der Blutgefäße und Verringerung der Extravasion, dann eine Zunahme der Drainage der lädierten Bereiche, was zu einer besseren Resorption von Ödemen und Blutergüssen führt. Die sich aus diesen Hauptwirkungen ergebende entzündungshemmende Wirkung und die Eigenmechanismen, die man zu entdecken anfängt, sind für die Behandlung ödematöser Trauma interessant.
Das Vorhandensein von Terpenlactonen birgt ein Allergierisiko. Die Anwendung auf Verbrennungen oder Haut, deren Barrierefunktion stark beeinträchtigt ist, ist demzufolge nicht wünschenswert, insbesondere bei Kindern, bei denen ein neurologisches Risiko besteht. Es wird darauf hingewiesen, dass die Einnahme von Arnika im Wesentlichen homöopathisch erfolgt.
Aufgrund der Komplexität der Bestandteile sind die Extraktionsweise und die sich daraus ergebende Zusammensetzung sehr wichtig für die Bestimmung der anzuwendenden Dosis. Die Titration der Sesquiterpenlactone und der Flavonoide kann ein guter Marker sein. Die aktiven Konzentrationen liegen in einer Größenordnung von 5 % des Alkoholextrakts.

  • WIRKSAME DOSIERUNG

Alle Publikationen und wissenschaftlichen Studien, die übliche Anwendung und die Meinung unseres Experten haben dazu geführt, dass ein Auszug von Arnikablüten mit einer Dosis von 7 % verwendet wird, was 30 mg pro 15-ml-Flasche entspricht.

  • LITERATURANGABEN
[1] ESCOP 2003: ESCOP Monographs: The Scientific Foundation for Herbal Medicinal Products, 2nd edition. Exeter (UK): European Scientific Cooperative on Phytotherapy and Thieme; 2003.
 
[2] Modern Herbal. Grieve, M. 1979. A New York: Dover Publications, Inc.
 
[3] Effect of Homeopathic Arnica Montana on Bruising in Face-lifts – Brook M. Seeley MD, Andrew B. Denton MD, Min S. Ahn MD, Corey S. Maas MD, Arch Facial Plast Surg. 2006;8:54-59.
 
[4] Herbal Medicine: Expanded Commission E Monographs. Boston (MA): Integrative Medicine CommunicationsBlumenthal M, Goldberg A, Brinkmann J; 2000.
 
[5] Skin penetration behaviour of sesquiterpene lactones from different Arnica preparations using a validated GC-MSD method. Wagner S, Merfort I. J Pharm Biomed Anal. 2007 Jan 4;43(1):32-8. Epub 2006 Aug 23.
 
[6] The Anti-inflammatory Sesquiterpene Lactone Helenalin Inhibits. The Transcription Factor NF-kB by Directly Targeting p65. Guido Lyßet al, The journal of Biological chemistry, 273(50):33508–33516. 1998.
 
[7] Helenalin and 11 alpha,13-dihydrohelenalin, two constituents from Arnica montana L., inhibit human platelet function via thiol-dependent pathways. Schröder H, Lösche.
 
[8] Anti-inflammatory and immune-regulatory mechanisms prevent contact hypersensitivity to Arnica montana L. Lass C., Vocanson M., Wagner S., Schempp C., Nicolas J.F. Merfort I. and Martin S.F. Experimental dermatology, 17, 849-857, 2008.
 
[9] Herbal Medicines - Encyclopaedia of natural, herbal medicines Barnes, 2007.

[10] Effects of phonophoresis with Arnica montana onto acute inflammatory process in rat skeletal muscles: an experimental study. Alfredo PP, Anaruma CA, et al. Ultrasonics. 2009 May;49(4-5):466-71.
 
[11] Principles and Practice of Phytotherapy, Mills S, Bone K. Churchill Livingstone, Harcourt Publishers, Grande-Bretagne, 2000.
 
[12] Use of Arnica to relieve pain after carpal-tunnel release surgery. Jeffrey SL, Belcher HJ. AlternTher Health Med. 2002 Mar-Apr;8(2):66-8.

[13] Homeopathic arnica for prevention of pain and bruising: randomized placebo-controlled trial in hand surgery Stevinson C, Devaraj VS, et al..J R Soc Med. 2003.

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